Rotlicht im Kopf: Nicht jeder Frankfurter besteigt den Venusberg

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Kurioses steht in jeder Ecke der gemütlichen Bar.

Frankfurt – Pralle Brüste, Phallussymbole und nackte Tatsachen – die „Venusberg Bar“ im Ostend Frankfurt ist ein etwas anderes Lokal. Hier gibt‘s nicht nur was für die Kehle, sondern auch fürs Auge. Von Mareike Palmy

Weder draußen vor der Tür, noch im Inneren sieht es nach verruchtem Porno aus. Der Besucher des Souterrains in der Frankfurter Uhlandstraße 21 muss schon genau hinschauen, um die vielen Sex-Bilder aus vergangenen Zeiten zu entdecken. Seit 1999 befindet sich dort das von Dieter Engel privat finanzierte Erotikmuseum „Venusberg Bar“.

Ein genauer Blick ist nötig!

Der Mann mit dem keuschen Namen kennt sich aus mit Sex, schließlich ist er der Ex-Besitzer des bekanntesten Frankfurter Puffs „Sudfass“ und seit Ewigkeiten Sammler erotischer Kunstwerke.

Das Interieur in der Uhlandstraße gleicht einer Kombination aus Bar und Schatzkammer, in der Teile der umfangreichen Erotik-Sammlung zu bewundern sind. Wie ein gemütliches Wohnzimmer schaut es im Inneren aus. Viel Holz und große Sofas verschaffen der Bar das Flair Ski-Hütte.

Die Venusberg Bar sieht aus wie ein Wohnzimmer.

Bilder und Skulpturen mit eindeutigen Botschaften, Liebende beim Sex, ein Teufel der eine Elfe penetriert oder Ölgemälde mit erotischen Szenen. Über Kunsthandwerk bis hin zu Nippes, alles findet sein gebührendes Plätzchen.

„Wir bieten neben Niveau viel Toleranz und das erwarten wir auch von unseren Gästen“, so die 55-jährige Marion Gallus, die hinter der Theke steht. Prüderie ist hier fehl am Platz. Wenn jeden Dienstagabend die kleine Männerrunde mit dem Fetisch für Frauenkleider ihren Stammtisch dort abhält, sind verschämte Blicke unerwünscht. Künstler, Banker, Transen, Homosexuelle – alle kommen sie gerne in die „Venusberg Bar“, denn hier wird Wohlbefinden großgeschrieben.

Hier kommt nicht jeder rein

Gastgeberin Marion vor dem "Ursprung der Welt"

„Ich versuche die Gäste zu integrieren, damit das Publikum sich vermischt und der familiäre Flair bleibt“, sagt Marion. Für manche Gäste macht sie sogar eine kleine Führung durch die einzigartige Erotiksammlung.

„Der Venusberg ist sicherlich eines der ungewöhnlichsten Abendlokale in Frankfurt“, meint Marion. Doch jeder kommt hier nicht rein. Die Türpolitik ist strenger als in vielen Clubs. Zwar gibt es keinen Dresscode, doch wer klingelt und die Tür bleibt zu, kann wieder gehen: „Erotik-Museen gibt es viele, aber dieses Haus ist einmalig auf der Welt. Da lass ich nicht einfach jeden Dahergelaufenen rein“, sagt Barfrau Marion.

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