Mit dem Rooba Loop zum Sieg

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Kern mixt den Rooba Loop.

Frankfurt   – Fünf Drinks in sechs Minuten servieren. Nicht kleckern, tropfen oder falsch abmessen. Garnieren, drapieren und abwarten. Dabei am besten noch lächeln. Jeder Fehler wird gesehen, gibt Minuspunkte und könnte am Ende den Sieg kosten. Dieser Aufgabe stellt sich heute Barkeeper Markus Kern. Von Mareike Palmy

Feuchte Hände sind bei Markus Kern vorprogrammiert, wenn an diesem Sonntag die Cocktailmeisterschaften der hessischen Sektion der Deutschen Barkeeper Union (DBU) im KingKamehameha-Club in der Hanauer Landstraße 192 starten.

Markus ist Barkeeper und schon aufgeregt vor seiner zweiten Meisterschaft: „Auch der älteste Hase fängt auf der Bühne an zu zittern“, sagt der 28-Jährige. „Wenn du unter Beobachtung stehst und alle Augen auf dich gerichtet sind, fällt es schwer exakt abzumessen oder einzuschenken“.

Bei seiner ersten Meisterschaft in Berlin war Markus so nervös, dass er den Shaker umkippte und sich von oben bis unten vollsudelte. Trotzdem hat es für den siebten Platz bei 35 Teilnehmern gereicht.

Kern will zur Deutschen Meisterschaft

Markus Kern prüft die Menge Likör im Messbecher.

Auch bei der heutigen Meisterschaft wird wieder Eis zerkleinert und Alkohol in seine schönste Form gebracht. Nach insgesamt zwei Durchgängen wird die kritische Jury den Sieger küren. Die vier Besten fahren dann zur Deutschen Meisterschaft am 26. Juli nach Köln. Da will auch Markus Kern hin und seine Chancen stehen nicht schlecht.

Schon seit Wochen laufen die Vorbereitungen für den Tag X: Neben monatlichen Sitzungen der Barkeeper, wo sämtliche Neuheiten der Branche besprochen werden, muss jeder Teilnehmer zunächst ein Rezept entwickeln. Dabei achtet Markus primär auf Geschmack, Aroma und Aussehen. Dieses Jahr gibt es erstmals keine Kategorie-Vorgabe. Freie Wahl also: Ob Longdrink, Aperitif oder Absacker, alles ist möglich. „Dadurch ist natürlich die Kreativität der Barkeeper gefordert“, sagt Markus Kern. Aber es gibt klare Regeln: Insgesamt dürfen die Teilnehmer nur sechs Zutaten verwenden. Auch die maximale Anzahl an Flüssigkeiten ist vorgegeben. Dabei ist Sauberkeit und Technik oberstes Gebot.

Eine Pre-Dinner-Kreation soll den Sieg bringen

Markus Kern hat sich für eine aufwendige Pre-Dinner Kreation entschieden. Ein Aperitif sozusagen. Mit seinem Cocktail Rooba Loop hofft er auf den Sieg. Frische Limettenspiralen und Raspeln von weißer Schokolade machen seinen Alkoholmix zum Geschmackserlebnis.

Ein wenig herb und nicht zu süß ist seine Eigenkomposition. Viel Alkohol hat Markus Kerns Cocktail inne, den man aber durch den Cranberry-Nektar und das zerkleinerte Eis nicht rausschmeckt. Unzählige Male hat er den Cocktail schon gemixt. Jetzt heißt es auf den Sieg hoffen.

Zurzeit betreibt Markus Kern eine Cocktailschule in Neuberg. Dort gibt er Kurse, Seminare und zeigt den Laien, wie man den Shaker richtig hält, Alkohol abmisst und hübsch das Glas garniert. Hausfrauen, Cocktail-Liebhaber und Interessierte aus der ganzen Republik haben schon bei Markus Kern in den Mixer geschaut und sich Tricks und Handgriffe abgeguckt. Seit 2009 hat er seinen Showroom in Neuberg.

Im Holiday Inn lernte er das Mixen

Hinter der Bar steht Markus Kern schon seit elf Jahren. Eigentlich ist er gelernter Hotelfachmann, hat sich aber früh auf den Barkeeping-Bereich spezialisiert. „Ich habe mich versucht weiterzuentwickeln, Bücher gelesen und an verschiedenen Orten gejobbt“, berichtet Markus Kern. Nach seiner Ausbildung im „Holiday Inn“-Hotel in Neu-Isenburg ging es weiter nach British Columbia in Kanada und Berlin-Mitte, wo er sein Können in verschiedenen Häusern vertiefte. Mittlerweile zählt er zu Hessens besten Barkeepern und hat gute Chancen im Juli nach Köln zur Deutschen Meisterschaft zu fahren.

Rooba Loop:

3 cl Absolut Vodka Vanilia

3 cl De Kuyper Sour

Rhubarb

1 cl Cointreau

1 cl Granini Cranberry

Nektar

0,5 cl Limettensaft

1,5 TL Puderzucker

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