Krach um Lärm(schutz): Ein Wall durchzieht die Gemüter in Rodgau

Rodgau - Im September hat der Rodgauer Stadtrat beschlossen, die Kosten für einen Lärmschutzwall an der B45 den Anliegern in Rechnung zu stellen. Weil die Kosten zu hoch gewesen wären, müssen mehr Bürger zahlen. Besonders dreist: Der Wall wurde bereits vor rund 20 Jahren gebaut.

Mitten in dem Gebiet, das von der Wasserfallstraße bis zur Haingrabenstraße und von der Ludwigstraße bis zur B45 reicht, wohnt Roland Braun. In seinem Haus im Ostring haben auch schon seine Eltern und Großeltern gelebt. Warum er jetzt plötzlich anteilig bis zu 4000 Euro für einen Lärmschutzwall bezahlen soll, versteht er nicht. "Wir wohnen 400 Meter entfernt von dem Lärmschutzwall. Wir profitieren gar nicht."

Auch sei er bei der Errichtung des Wall nicht gefragt worden. Schließlich stehe sein Haus bereits seit 1936. Auch jetzt sei er über das Vorgehen der Stadt nicht informiert worden. Über die Presse habe er erfahren, dass da zwischen "1000 und 4000 Euro auf ihn zukommen." Für Braun ein Skandal: Schließlich würde lediglich das Neubaugebiet in direkter Nähe zu dem Wall profitieren. Jetzt müsse er und weitere 600 Wohneigentümer in der Jügesheimer Altbebauung aber die Zeche mitbezahlen. "Das haben die nur gemacht, weil ansonsten für die rund 600 Betroffenen die Kosten zu hoch gewesen wären. Also ist die Zahl der Betroffenen einfach verdoppelt worden", sagt er. Für ihn sei das reine Willkür. In Gesprächen mit Nachbarn und anderen Betroffenen habe er gespürt, wie "Hass auf die Verwaltung entsteht."

Die wird am morgigen Montag, 3. November, ab 19 Uhr im Bürgerhaus Dudenhofen Rede und Antwort stehen.br /Bürgermeister Alois Schwab hat bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass auch er die späte Abrechnung des Lärmschutzwalls für unangemessen hält. Das Regierungspräsidium Darmstadt und die Kommunalaufsicht haben sich aber im April 2007 gegen einen Einnahmen-Verzicht gestellt. Diese Vorgabe zwingt die Stadt zum Handeln - und Roland Braun auch. Die Bescheide sollen im Februar verschickt werden. Muss Braun zahlen, will er dagegen klagen.

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