Stadtteilserie: Robert Anywar organisiert das Nachmittagsprojekt des Frankfurter Sportkreises

Gallus: Korbjäger ohne erhobenen Zeigefinger

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Robert Anywar betreut Jugendliche, die beim Projekt „BasKIDball“ des Sportkreises Frankfurt mitmachen. Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft hat das Nachmittagsangebot in das Stipendiaten-Programm „ BürgerAkademie“ aufgenommen

Frankfurt – Basketball spielen und dabei noch etwas lernen. So funktioniert das Gallusprojekt „BasKITball“ bei dem Robert Anywar dreimal die Woche unter dem Korb steht und den Jugendlichen Teamgeist und Verantwortungsgefühl beibringt. Von Dirk Beutel

Mitmachen ist keine Pflicht, hier kann jeder kommen und gehen wann er will. Klingt nach Chaos, doch genau so funktioniert das Gallusprojekt „BasKITball“. Viermal in der Woche von montags bis donnerstags, können Jugendlichen ab 15.30 Uhr für zwei Stunden in der Halle der Paul-Hindemith-Schule Basketball spielen. In gemischten Teams, ausgesuchten Gruppen oder man wirft alleine ein paar Körbe. Dreimal die Woche trifft man dort Robert Anywar. Der 37-Jährige engagiert sich ehrenamtlich als Trainer und Ansprechpartner in allen Lagen.

Hier kann jeder sein Ding machen

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„Mir ist es wichtig, mich mit den Kinder und Jugendlichen auf Augenhöhe zu unterhalten, und nicht mit dem erhobenen Zeigefinger“, sagt der Lehramtsstudent. Und genau das schätzen die Jugendlichen nun schon seit fünf Jahren, seit es das kostenlose Gallusprojekt gibt. Bei dem zählen aber nicht nur Korbleger oder eine kompakt stehende Defense, sondern vor allem auch soziale Kompetenzen wie Teamgeist und Verantwortungsgefühl.
Und: Jeder der Lust am Basketball hat, darf vorbeischauen. Anywar: „Jeder ist akzeptiert. Keiner wird ausgegrenzt. Trotzdem kann hier aber jeder sein Ding machen.“

Zum Angebot gehören auch Ferienfahrten, Ausflüge und Besuche von Sport-Veranstaltungen wie etwa der Basketball Europameisterschaft in Litauen, oder dem Allstar Game der Deutschen Basketball Bundesliga in Nürnberg. Aber Anywar, der im Nordend lebt, ist nicht nur Basketballlehrer. Er hilft den Kids auch außerhalb der Halle sich zu verbessern. Manchmal mit einfachen aber effektiven Ideen: Mit Jugendlichen die einen Migrationshintergrund haben, setzt er eine Zutatenliste für einen Pfannkuchen zusammen, macht eine Liste was in den Schulranzen gehört, liest mit ihnen Zeitung oder hilft bei den Hausaufgaben.

Erfolge sieht man außerhalb der Halle

Und die Hilfe kommt nicht nur an, sie zeigt Erfolge. So konnte etwa ein Realschüler auf das Gymnasium wechseln. Für Anywar die größte Belohnung, für seine Zeit, die er investiert: „Es ist das Schönste, wenn man jemandem etwas weitergeben kann und derjenige dadurch Erfolg hat. Man muss im Leben dafür nicht immer eine Gegenleistung bekommen“, sagt Anywar.

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