Fallen Gebietsgrenzen bald ganz weg?

RMV-Tarifreform: Das kann die Monatskarte der Zukunft

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Mit Smart-Ticket wird manche Strecke günstiger. Bald könnten auch Monatskarten nach Entfernung abgerechnet werden.
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Region Rhein-Main – Am Freitag startet voraussichtlich der Testlauf des neuen Tarifsystems des Rhein-Main-Verkehrsverbundes. Während viele Gelegenheitsnutzer über die oft günstigeren Streckenpreise jubeln, fragen sich Pendler, wie wohl die Zukunft der Monatskarte aussieht. Von Christian Reinartz

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Es soll in den meisten Fällen preiswerter sein. Vor allem ist es aber eines: Gerechter! Denn wer beim Testlauf des RMV-Smart-Tarifs mitmacht, zahlt abhängig von der gefahrenen Strecke. Gebietsgrenzen gibt’s dann nicht mehr. Auf manchen Strecken fällt so der Preis. Insbesondere wenn die Fahrt durch mehr als eine bisherige Gebietszone geht. Etwa von Offenbach nach Frankfurt. Es gibt aber auch Fahrstrecken, die teurer werden. Dazu gehören etwa sehr kurze Fahrten in der Frankfurter Innenstadt.

Während viele RMV-Gelegenheitsnutzer jubeln, schauen Pendler mit Monatskarte in die Röhre. Sie zahlen weiterhin den doppelten Tarif, wenn sie beispielsweise von Offenbach oder vom Taunus aus in die Frankfurter City fahren wollen. Wer etwa von Offenbach Marktplatz nach Frankfurt Hauptwache pendelt zahlt pro Monat rund 130 Euro. Dieselbe Strecke innerhalb des Frankfurter Stadtgebiets kostet nur etwa die Hälfte. Zumindest in den kommenden drei Jahren. Denn solange wird die Testphase laufen. Danach könnte sich das Tarifsystem grundlegend ändern. 

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RMV-Sprecherin Petra Eckweiler verrät: „Wenn die Testphase erfolgreich ist, könnte das ganze Tarif- und Gebietsgefüge hinfällig werden.“ Im Klartext heißt das: Sämtliche Gebietsgrenzen des RMV werden abgeschafft. Stattdessen werden sämtliche Tickets nur noch nach Entfernung berechnet. Doch wie soll das bei Monatskarten funktionieren? Petra Eckweiler erklärt: „Dann könnte man sich ganz frei bestimmte Strecken individuell zusammenstellen und dafür eine Monatskarte erwerben.“ Wer etwa regelmäßig von Offenbach Marktplatz zur Hauptwache pendelt, könnte nur diese Strecke als Dauerkarte kaufen, was wesentliche billiger wäre, als, wie jetzt, zwei ganze Tarifgebiete. Doch Eckweiler stellt klar: „Jetzt müssen wir erstmal die Ergebnisse der Testphase abwarten und diese dann auswerten.“

Wer an dem Projekt teilnehmen will, kann sich auf www.rmvsmart.de für das Pilotprojekt anmelden, das laut RMV-Sprecher Sven Hirschler, schon am Freitag, spätestens aber am darauffolgenden Montag starten soll.

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Christian Reinartz

Christian Reinartz

E-Mail:christian.reinartz@extratipp.com

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