Riesen-Welse tummeln sich in unseren Badeseen

Mainhausen: 2,34-Meter-Ungetüm gefangen

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Mainhausen – Sie fressen tote oder lebendige Fische, Tauben, Küken, Enten und haben auch schon Menschen angegriffen. Welse sind die Ungetüme in unseren Badeseen. Sie werden über zwei Meter groß. Jüngst hat ein Angler im Kreis Offenbach ein 98-Kilo-Ungetüm an Land gezerrt. Von Axel Grysczyk

Werner Soter mit seinem 2,34 Meter langen und 98 Kilo schweren Monster-Wels, den er in einem Badesee gefangen hat. 

Samstagnachmittag, Ende Juni am Zellhäuser Königssee: Werner Soter hält seine Angel in das bis zu 14 Meter tiefe Wasser des Königssees. Der Köder auf Grundmontage, bestückt unter anderem mit einem toten handgroßen Weißfisch. Seit seiner Kindheit angelt der 49-Jährige, sein größter bisher gefangener Wels war 70 Zentimeter. Das 16 Hektar große Gewässer liegt ruhig da, nichts Besonderes deutet auf den in wenigen Sekunden beginnenden Kampf gegen den in diesem Jahr größten in Südhessen gefangenen Wels hin.

Soter hat keine Zeit zum Überlegen. Als der Monster-Wels anbeißt, biegt sich seine Angel , bis sie komplett durchgebogen ist. Im weiteren Verlauf bersten Teile seiner Angel, die Rolle ist nicht mehr zu retten. „So rund 100 Euro Schaden an Teilen wird der Wels angerichtet haben“, sagt Soter. Doch den Kampf gegen den Riesen gibt er nicht auf.

Nach 15 Minuten eilen zwei Vereinsmitglieder ihrem Kameraden vom ASV Zellhausen zu Hilfe. Zu dritt versuchen sie mit aller Kraft, den Fisch ans Ufer zu zerren.

Wels-Angriffe sind sehr selten

Nach weiteren 15 Minuten ist es geschafft. Im Gras liegt ein 2,34 Meter langer, 98 Kilogramm schwerer Wels. Harald Rücker, Vorsitzender des ASV Zellhausen, kennt die Monster, die unter den Badegästen umher schwimmen. „Die fressen so ziemlich alles, was sie bekommen können. Bei uns am Königssee wurden sie einst eingesetzt, um einer Krebsplage Herr zu werden“, erklärt der passionierte Angler. Krebse gäbe es schon lange keine mehr, dafür schätzt er, dass zirka 50 Welse von der Größe des Soter-Fangs sich im Königssee tummeln. „Ich halte Übergriffe auf Menschen für eine Seltenheit. In meiner ganzen Anglerzeit ist mir aus dem Kreis Offenbach nur ein Übergriff bekannt. Wenn ein Wels angreift, gibt es aber auch Wunden“, sagt Rücker.

Im vergangenen Jahr sei am Zellhäuser Badestrand ein noch größeres Exemplar aus dem Wasser gezogen worden. Im seichten Gewässer schleppten die Vereinsmitglieder des Anglerclubs sogar ein 2,44-Meter-Wels-Exemplar aus dem Wasser. Er war aber bereits tot. „Wahrscheinlich ist der an Altersschwäche einfach verendet“, sagt Rücker.

Soter ist ein wenig stolz auf seinen Fang. Jeder der rund 200 aktiven Angler des Clubs habe ihm als Zeichen der Anerkennung die Hand geschüttelt. Der Monster-Wels sei filetiert worden – und schmecke sehr lecker.

Rubriklistenbild: © agk

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Axel Grysczyk

Axel Grysczyk

E-Mail:axel.grysczyk@extratipp.com

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