Bürgerinitiative unzufrieden:

Bau des Riederwaldtunnels: Schulkinder von Lärm betroffen

+
Haben keinen Anlass für frohe Mienen: Simone Koch (hinten von links), Peter Bühler, Claus Lauth, Hanne-Lore Letsch, Rainer Frey, Hinrich Rottmann sowie Samira (vorn) und Awan.

Frankfurt – Die Bürgerinitiative Riederwald fordert Schallwände und Lärm-Grenz-Einhaltung während des Baus des Riederwaldtunnels. Auf ihre Briefe haben sie nur unzufriedene Antworten zu diesem Thema von Minister Tarek Al-Wazir erhalten.

In den Räumen von Kids an der Schule in der Pestalozzischule fand am vergangenen Freitag ein für diesen Ort ungewöhnliches Gespräch statt: Engagierte Riederwälder hatten die Presse eingeladen. Grund der Zusammenkunft waren die Antwortbriefe von Tarek Al-Wazir, Hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung. „Wir haben dem Minister bei seinem Besuch im Riederwald am 20. August 700 Unterschriften und viele offene Briefe übergeben“, erklärteRainer Frey, Sprecher der Bürgerinitiative Riederwald. Darin hatten die Verfasser vor allem ihre Bedenken bezüglich der Grenzwert-Einhaltung während des geplanten Baus des Riederwaldtunnels zum Ausdruck gebraucht. „Nun sind die Antworten da, die uns nicht zufriedenstellen und vieles offen lassen“, zeigte sich Frey „schwer enttäuscht“.

700 Unterschriften gesammelt

Samira und Awan, beide neun Jahre alt, drückten ihre Sorgen so aus: „Auch die Frage, ob wir noch die Fenster öffnen können, wurde nicht beantwortet. Es heißt nur, dass die Arbeiten den ganzen Tag stattfinden und dass es an zweieinhalb Stunden am Tag ganz schön laut wird. Zweieinhalb Stunden sind ganz schön lang.“ Die Kinder haben Angst davor, dass sie krank werden könnten bei so viel Lärm und Dreck. Entsprechende Erfahrungen mussten die Schüler der Pestalozzischule bereits während der Proberammungen machen, stellte Hortleiterin Simone Koch fest. „Einige Lehrer haben sich schon Ohrstöpsel geholt“, sagte Awan. Die Kinder könnten sich nicht konzentrieren und schrieben schlechte Noten. Was aus dem Schulweg wird, sei bisher auch nicht klar.

Schulkinder sind vom Lärm betroffen

Lesen Sie auch:

Bauarbeiten auf A661 gehen endlich weiter

Bürger fordern komplette Einhausung der A661

Autobahn-Ausbau im Frankfurter Osten: Deckel drauf!

Claus Lauth hat selbst eine Tochter in der ersten Klasse an der Schule. „Bisher wurden keine Konzepte vorgeschlagen, wie die Grenzwerte eingehalten werden können“, beklagte er. Ob die Schule Schallschutzfenster und eine Belüftungsanlage erhalte, ist nicht klar. „Konkrete Fristen fehlen“, sagte Lauth. „Bis Ende Februar 2015 wird sich wohl nichts tun“, vermutete Hinrich Rottmann. Der Experte war mit Messgeräten während der Proberammungen unterwegs und hatte nachgewiesen, dass die Grenzwerte für Lärm deutlich überschritten wurden. Im Brief des Ministers heißt es nun, dass ein beauftragtes Fachplanungsbüro ein Lärmschutzkonzept erstelle. Erst dann könne Hessen Mobil über Maßnahmen entscheiden.

Auch Seniorenheim-Bewohner verlangen Schutz

Hanne-Lore Letsch, die sich für die Seniorenanlage Riederwald stark macht, brachte die Sorgen der dort Wohnenden zum Ausdruck: „Die Menschen sind während langer Jahre der Bautätigkeit starken Belastungen ausgesetzt. Sie müssen besser geschützt werden.“

Peter Bühl ging besonders auf die Anwohner der Vatterstraße ein: „Die hatten unter den Proberammungen und unter dem Rückbau des Versuchsgeländes massiv zu leiden. Kompressorfanfaren, ein alter Bagger und viel Staub nervten tagelang.“

„Wir werden Al-Wazir noch einmal einladen. Er soll dann direkt zu uns kommen und auch mit uns sprechen und nicht mit seinem Stab die Baustelle besichtigen und die Beschlüsse seiner Behörde verteidigen“, sagte Rainer Frey. Die Riederwälder wollen sich mit den Antworten nicht abspeisen lassen und weiter Druck machen – entsprechende Rückendeckung erhalten sie dabei auch von Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann.

jf

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare