Bau der Autobahn trotz Klagen begonnen

Riederwaldtunnel: Initiative kämpft weiter

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Frankfurt - Fest steht: Der Bau des Riederwaldtunnels soll sieben Jahre dauern. Die Bürgerinitiative Riederwald fordert allerdings sofortigen Lärmschutz und Messstationen für die Immissionsbelastung.

Über die neuesten Entwicklungen rund um den Bau des Riederwaldtunnels und das Autobahndreiecks Am Erlenbruch  informierte die Bürgerinitiative (BI) Riederwald am vergangenen Freitag in der Bibliothek der Pestalozzischule. Anlässlich einer Demonstration am 11. Februar diesen Jahres hatte die BI auch einen offenen Brief an den zuständigen Minister Tarek Al-Wazir  gesandt. Die Antwort des Verkehrsministers sei unbefriedigend ausgefallen, erklärte BI-Sprecher Rainer Frey. Auf viele Fragen habe es keine konkrete oder überhaupt keine Antwort gegeben. Sicher ist inzwischen, dass der Tunnelbau sieben Jahre dauern wird. Frey beklagte vor allem die fehlende Kontrolle, dass es keine Messergebnisse der durchgeführten Proberammungen im Internet gebe und diese auch weiter zurückgehalten würden. „Wir wollen den Lärmschutz sofort. Das Informationszentrum hilft den Bürgern nicht“, sagte der BI-Sprecher. Er verlangt Messstationen nicht nur für den Lärmpegel sondern auch zu den Immissionsbelastungen. Zudem fehle ein Lärmaktionsplan.

Warum hat Bau trotz Klagen begonnen?

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BI-Sprecher Claus Lauth beklagte die Informationspolitik der Behörden und ging auf den Inhalt eines neuen Briefes an Al-Wazir ein, der an diesem Tag versendet wurde. Darin wird auf sieben Seiten darauf eingegangen, auf welche Fragen und in welcher Hinsicht ungenügend oder unkonkret geantwortet wurde. Die Bürger des Stadtteils bräuchten dringend konkrete Lösungsvorschläge auf die präzise formulierten Probleme. Dabei gehe es um die Grenzwertüberschreitungen bei den Proberammungen im Herbst 2013, Schadstoffmessungen, die Sicherstellung eines Baustopps bei Überschreitungen, Schallschutzfenster für die Pestalozzischule und die Mietblöcke in der Vatterstraße. Auch für die Gestaltung der Lärmschutzwand müssten Pläne vorgelegt werden. Zu überprüfen sei zudem die Verkehrsprognose 2025, denn laut BI sei es unglaubwürdig, dass der Verkehr auf dem Erlenbruch um Zweidrittel abnehme. Auch müsse geklärt werden, warum der Bau der Autobahn am Bornheimer Hang schon begonnen habe, obwohl es noch Klagen gegen dieses und die anderen Projekte gibt. Wichtig sei der BI auch, dass sie einen Mitarbeiter im Verkehrsministerium als Ansprechpartner genannt bekommt. Sie hofft auf eine Antwort noch vor den Sommerferien. Diplom-Bauingenieur Hinrich Rottmann ging abschließend noch einmal auf die Lärm- und Schadstoffmessungen ein und erklärte, dass an der Pestalozzischule während der Proberammungen keine Messungen vorgenommen wurden. Die Stickoxyde seien in der Straße am Erlenbruch zu hoch und auch die Verkehrseinschätzungen zu niedrig.

ms

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