Feierliche Wiedereröffnung

Renovierung der Frankfurter Kunst-Kultur-Kirche Allerheiligen ist abgeschlossen

Frankfurt - Mit Schirm, Charme und Buchsbaum feierten Gläubige die Wiedereröffnung der Kunst-Kultur-Kirche Allerheilen. Seit Februar liefen die Bauarbeiten am Gotteshaus im Ostend. Statt Baulärm sind nun wieder Gebete zu hören.

Auch wenn der Himmel nicht das beste Wetter schickte, herrschte auf dem Alfred-Brehm-Platz vor dem Zoo doch gute Stimmung. Zur feierlichen Wiedereröffnung der Kunst-Kultur-Kirche Allerheiligen hatten sich die Gläubigen dort versammelt und nahmen sich Buchsbaumzweige – sie ersetzten die Palmenblätter – aus den mitgebrachten Körben.

Der Zug von Messdienerinnen und Priestern mit dem Limburger Weihbischof Thomas Löhr kam unter Regenschirmen auf dem Platz an. „Der Regen hat sich noch nicht auf die Sommerzeit umgestellt, er kam eine Stunde zu früh“, sagte Löhr scherzhaft und bat die Versammelten, nah heranzutreten, um ihn besser verstehen zu können. Nach einer kurzen Andacht und einem gemeinsamen Lied machten sich alle Anwesenden zur Prozession in die Kirche auf.

Am 2. Februar begannen dort in der Thüringer Straße die Innenarbeiten in der Kunst-Kultur-Kirche. Der Sakralbau mit der 7,5 Meter breiten Lichtkuppel und dem extra stehenden Kirchturm, 1953 eingeweiht, wurde am Palmsonntag mit einer Heiligen Messe und Eucharistiefeier wiedereröffnet.

Nun ist der Altarraum wieder so, wie er 1953 war“, sagte Löhr. Der etwa 13 Meter hohe, helle Raum mit der Lichtkuppel über dem Altar scheint Worte und Klänge schweben zu lassen.

Die beiden Referentinnen Heidemarie Garrison und Monika Rausch sowie Pfarrer Bertram Rohr trugen die Leidensgeschichte Christi vor.

Dann trat Weihbischof Löhr ans Mikrofon, begrüßte noch einmal die Gäste, die spanische Gemeinde dabei in ihrer Sprache.

„Dieser Palmsonntag ist ein besonderer Tag“, stellte Löhr fest. Der Innenraum der Kirche Allerheiligen ist fast fertig mit frisch abgeschliffenem Parkett, renovierten Beichtstühlen und neuen Stühlen. Die extra für diese Kirche entworfenen Stühle ermöglichen eine flexible Nutzung zu Gottesdiensten, Konzerten und Ausstellungen. Da die Gemeinde die Kosten zum Großteil aus eigenen Mitteln bestreiten muss, werden Stuhlpaten gesucht. Mit einer Spende von mindestens 150 Euro kann jeder Interessierte helfen.

„Von außen“, sagte Löhr, „erscheint die noch teilweise eingehüllte Kirche wie ein Geschenk“. Die Welt zeige sich widersprüchlich von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt. „Während heute noch ‚Hosianna’ gerufen wird, fordert man am nächsten Tag‚ kreuzigt ihn’“, stellte Löhr fest. Er erinnerte auch an den Absturz des Germanwings-Flugzeugs in den französischen Alpen, der zeige, dass Pläne immer wieder durchkreuzt werden können.

Mit der Prozession am Palmsonntag sei die Welt in die Kirche geholt worden. „Ein abgehoben verehrter, weltloser Gott, der über allen steht, führt zu einer gottlosen Welt“, warnte der Weihbischof. In der Kirche hätten Freude und Leid gleichermaßen Platz. Anschließend erfolgte die Beisetzung der Reliquien im Altar, der gesegnet wurde wie auch die Stele mit der Marienfigur und der Ambo, das Rednerpult in Front des Altars.

jf

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