EVO-Vorstand kritisiert Idee der Strompreisbremse der Bundesregierung

Regionale Energiewende am Ende?

Offenbach – Die Zeiten für die EVO werden härter: Durch die geplante „Strompreisbremse“ sind Investitionen von 90 Millionen Euro für Windkraftanlagen in Gefahr, zusätzliche Aufwendungen für Co2-Emmissionszertifikate müssen gestemmt werden, die Erzeugermarge wird geringer, die hohen jetzigen Investitionen in erneuerbare Energien werden sich erst in Jahren auszahlen, und der Wettbewerb wird härter. Von Axel Grysczyk

Im vergangenen Geschäftsjahr hat der Offenbacher Energieversorger 370 Firmenkunden verloren. .

Dafür gewann die EVO bei den Privatkunden 518 Kunden dazu. Diese Zahlen verkündete die Vorstandsvorsitzende der EVO, Heike Heim, und der Technik-Vorstand, Kurt Hunsänger, auf der Bilanzpressekonferenz in dieser Woche. Und damit steht für Heim fest, wo die Zukunft liegt: Kleinere und mittlere Unternehmen in der Region hat die EVO im Fokus, genauso wie das Privatkundengeschäft.

Nach Einschätzung von Heim kann ihr Unternehmen in zwei Jahren rein rechnerisch alle Privat- und Geschäftskunden der EVO mit Strom aus eigener Erzeugung beliefern. Mit der geplanten Strommenge von 240 Millionen Kilowattstunden aus Windkraft lassen sich rund 220.000 Menschen mit Ökoenergie versorgen. Nebeneffekt: 200.000 Tonnen schädliche Treibhausgase werden pro Jahr eingespart.

Doch der eingeschlagene Weg wird durch die Altmaier-Röslerische Strompreisbremsen-Idee versperrt. Hunsänger: „Das wäre das Ende der regionalen Energiewende.“

Und gerade dort sieht die EVO die Zukunft. Bis zum Jahr 2015 sollen rund 200 EVO-Millionen in erneuerbare Energien fließen. Mehr als die Hälfte dieser Investitionen seien bereits getätigt. Erst vor kurzem hat die Energieversorgung im Vogelsberg zwei Windräder in Betrieb genommen. Im Frühsommer soll ein drittes folgen.

Das schwierige Marktumfeld zeigt bereits Wirkung: Der Jahresüberschuss liegt mit 16,7 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert von 17,4 Millionen Euro. Nur durch den Verkauf von Geschäftsanteilen an den Maintal-Werken, die 6,5 Millionen Euro brachten, konnte der Überschuss auf 23,2 Millionen Euro gesteigert werden.

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