In der Regel reicht der Aufkleber

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Ist erstmal ein illegal abgestelltes Auto registriert worden, wird es mit einer amtlichen Aufforderung gut sichtbar beklebt.

Einfach abgestellt und abgemeldet – so mancher Autobesitzer denkt beim Stichwort Entsorgen seines Wagens nicht an den Schrottplatz, sondern an öffentliche Parkplätze. Von Dirk Beutel

Sie sind lästig und ärgern Städte und Gemeinden: Obwohl die Abwrackprämie 2010 ein Segen für die Besitzer von Schrott-Autos war (2500 Euro zahlte die Regierung für jedes verschrottete Auto) hat sie nicht dazu geführt, dass weniger Autos ohne Zulassung auf öffentlichen Plätzen abgestellt werden. Gerade Großstädte beschäftigen solche Fahrzeuge: In Frankfurt wurden vergangenes Jahr 2070 Autos ohne ein Zulassung registriert. Zum Vergleich: 2009 waren es 1912, 2010 wurden 2040 erfasst. Allerdings muss es sich dabei nicht immer um ein Schrott-Auto handeln. Häufig werden Fahrzeuge nur kurzzeitig abgestellt, weil sie zum Verkauf stehen und schon am nächsten oder übernächsten Tag wieder entfernt werden, heißt es aus dem Frankfurter Straßenverkehrsamt.

Das Ordnungsamt der Stadt Offenbach hingegen beschäftigt im Außendienst sogar einen Mitarbeiter, der sich ausschließlich um solche faulen Eier kümmert. Kein Wunder bei diesen Zahlen: 2011 wurden in Offenbach 1213 illegal abgestellte Autos gemeldet, davon wurden 925 Fälle tatsächlich bearbeitet (2010: 1093 gemeldete Fälle, davon 849 bearbeitet). In der Regel wird auf das Fahrzeug eine Aufforderung zum Entfernen des Autos aufgeklebt. „Danach hat der Halter vier Wochen Zeit, sein Auto wegzufahren“, sagt Offenbachs Ordnungsamtsleiter Peter Weigand. Wenn sich der Wagen nach Ablauf dieser Frist nicht von der Stelle bewegt hat, wird der Besitzer ermittelt und angeschrieben. Erst wenn auch diese Maßnahme nicht fruchtet, rollt der Abschleppwagen an.

Soweit kommt es in den Kommunen im Taunus so gut wie nie. Schaut man nach Oberursel, mussten im vergangenen Jahr lediglich fünf Autos abgeschleppt werden. „Auch die Abwrackprämie hat unsere Zahlen nicht verändert“, sagt Stadtsprecherin Nina Kuhn. Nachdem der Fahrzeughalter ermittelt sei, würden sich normalerweise 90 Prozent von ihnen melden, um nicht auf den hohen Abschleppkosten sitzen zu bleiben. Ähnliches Bild in Hattersheim. Dort wurde 2010 an 50 Autos ein Aufkleber angebracht, 2011 waren es 64. Aber: Nur ein einziges Autos musste tatsächlich verschrottet werden – alle anderen Fahrzeuge wurden wieder entfernt, sagt Stadtsprecherin Ulrike Milas-Quirin. Auch Kelkheim zählte 2010 nur elf, 2011 lediglich 21 Autos, die abgeklebt wurden. Nachdem die Halter angeschrieben wurden, entfernen die meisten ihr Fahrzeug. Pro Jahr werden in Kelkheim weniger als fünf Autos verschrottet. „Das war in den letzten zehn Jahren noch nie anders“, heißt es aus dem Kelkheimer Rathaus. Interessant: Wegen der aktuell relativ hohen Altmetallpreise werden Schrottfahrzeuge von zugelassenen Entsorgungsbetrieben meist kostenfrei angenommen. Schon deshalb werden die meisten Schrottautos wieder abgeholt.

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