Schluss mit den Kippen im Sandkasten

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In Hessen gibt es kein landesweiten Rauchverbot auf Spielplätzen wie in Bayern oder Niedersachsen.

Region Rhein-Main – In Bayern, Brandenburg, Niedersachsen und dem Saarland ist es auf Spielplätzen genauso verboten wie Gassigehen mit dem Hund – Zigarettenrauchen. In Hessen ist es hingegen Sache der Kommunen, ein Rauchverbot für Spielplätze zu verhängen. Doch kaum eine verbietet das Qualmen. Von Norman Körtge

Eine kleine, nicht repräsentative Umfrage für den Vordertaunus ergibt: In Kelkheim, Eppstein, Kriftel und Friedrichsdorf ist das Rauchen auf Kinderspielplätzen nicht explizit verboten. Wie fast überall in Hessen. Es bleibe beim Appell, doch bitte dort nicht zu rauchen, heißt es aus den Stadtverwaltungen.

Dass sich daran allzu oft nicht gehalten wird, war Inge Manus, die regelmäßig mit ihrem Enkelkind auf den Spielplatz geht, irgendwann ein Dorn im Auge. „Ich bin wirklich keine militante Nichtraucherin. Im Gegenteil. Ich habe lange selber geraucht. Aber wo bleibt denn die Vorbildfunktion, wenn neben dem Sandkasten geraucht wird“, fragt die SPD-Stadtverordnete aus Neu-Isenburg.

In Schulen und Kindergärten sei das Rauchen auf dem Gelände verboten, weiß die ehemalige Lehrerin. Es gehe da auch um eine Vorbildfunktion für die Kinder. Deshalb habe ihre Fraktion nun diese Woche den Antrag in die Stadtverordnetensitzung eingebracht, der auf große Zustimmung stieß, die Umsetzung aber noch geprüft werden muss. Als wesentlicher Grund in der Antragsbegründung wird die Gefährdung der Gesundheit der Kinder durch weggeworfene Zigarettenstummel angeführt.

Für Kleinkinder kann das Verschlucken einer Kippe lebensgefährlich sein, zumindest führt es aber zu einer Vergiftung. Dabei beruft sich Manus auf das Deutsche Krebsforschungszentrum, das die giftigen und krebserregenden Stoffe in den Stummeln nachgewiesen habe. Nicht nachvollziebar findet es Manus deshalb, warum es in Hessen kein generelles Rauchverbot wie etwa in Bayern und Niedersachsen gibt. In Nordrhein-Westfalen wird solch ein Verbot derzeit diskutiert.

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