Nachfolgerin von Dr. Hans-Peter Schlaudt

Dr. Rafaela Korte ist neue Geschäftsführerin der BGU Frankfurt

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Freut sich auf neue Aufgaben: Rafaela Korte

Frankfurt - Seit einem Monat hat sich Dr. Rafaela Korte mit ihrer neuen Funktion vertraut gemacht. Nun wurde es schließlich ernst: Korte übernahm die kaufmännische Leitung der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik (BGU), des Reha-Zentrums und aller Tochter- und Servicegesellschaften.

„Ich habe mir eine Übersicht über die BGU-Kliniken verschafft, war beim Klinikverbund in Berlin, habe mich bei meinen Ansprechpartnern vorgestellt“, sagt sie. In ihrem Büro im elften Stock des Gebäudes K der BGU in der Friedberger Landstraße 430 hängt hinter ihrem Schreibtisch ein von Rottönen geprägtes Bild einer vietnamesischen Pagodenbrücke. Es strahlt Ruhe aus. Das Fenster gibt den Blick frei auf Frankfurts Skyline. „Auf diese Aussicht freue ich mich jeden Tag“, sagt die 52-Jährige. Viel Zeit, um ihn lange zu genießen, wird die Nachfolgerin von Dr. Hans-Peter Schlaudt, der die BGU seit Sommer 2014 als Interimsmanager leitete, indes nicht haben: Das überregionale, unfallchirurgische Trauma-Zentrum steht vor großen Herausforderungen.

Ab 1. Januar 2016 werden die neun berufsgenossenschaftlichen Akutkliniken, zwei Kliniken für Berufskrankheiten und zwei Unfallbehandlungsstellen in Deutschland zu einem Konzern mit dem Klinikverbund der gesetzlichen Unfallversicherung als gemeinnützige Dachgesellschaft an der Spitze. Zudem werden Mitarbeiter und Patienten der BGU Frankfurt wohl noch bis 2019 mit Bauarbeiten leben müssen – keine einfache Situation für alle. „Doch das Schlimmste, der Bau bei laufendem Betrieb, ist vorbei“, sagt Rafaela Korte. In den folgenden Jahren gehe es „nur noch“ um logistische Anstrengungen während des Umzugs von einem Gebäude in ein anderes und um die Neubauten der Gebäude A und B.

Über 65.000 Patienten

Die aus Dortmund stammende Korte hat sich bewusst für die Unfallklinik entschieden: „Hier greift das Siebte Buch SGB zur gesetzlichen Unfallversicherung. Es geht also nicht um allgemeine Versorgung, sondern um Arbeitsunfälle von der Einlieferung bis zur möglichen Wiedereingliederung in die Arbeitswelt“, erklärt Korte. „Die BG-Kliniken haben damit einen anderen Auftrag. Das ist hier im Haus spürbar und interessiert mich.“

351 Betten, elf Fachabteilungen mit zahlreichen Spezialambulanzen, über 10.000 stationäre und etwa 55.000 ambulante Patienten, 5.000 Notarzteinsätze jährlich und rund 750 Mitarbeiter – das sind die Zahlen der BGU Frankfurt. Seit ihrer Eröffnung 1962 hat sich die Klinik zu einem bundesweit führenden Zentrum für Unfallchirurgie und Orthopädische Chirurgie entwickelt. Das alles ist Rafaela Korte bekannt und war ein Grund für ihre Bewerbung. Der in Nordrhein-Westfalen Geborenen ist Hessen jedoch nicht fremd: „Ich habe Humanmedizin in Gießen studiert, anschließend als Ärztin in Bad Hersfeld gearbeitet. Es war eine schöne Studentenzeit“, sagt sie. Die Ärztin hat in ihrer Karriere außerdem Abschlüsse in Qualitätsmanagement und Gesundheitsökonomie erworben, war zuletzt Geschäftsführerin der Kreiskliniken Reutlingen. Diese 15 Jahre an Leitungserfahrung will Rafaela Korte an der BGU nutzen, um schnell Fuß zu fassen.

jf

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