Frontalunfall mit Totem

Rätselhafte Unfallserie auf gerader Strecke

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Auf gerader Strecke sind diese zwei Fahrzeuge frontal zusammengestoßen. Eine 23-Jährige wurde dabei getötet.

Region Rhein-Main – Anfang März hatte der EXTRA TIPP über Fahrer, die auf schnurgerader Strecke verunglückten, berichtet. Jetzt sind zwei Fahrzeuge frontal zusammengestoßen, eine 23-jährige Rodgauerin ist dabei getötet worden. Von Christian Reinartz

Die Serie scheint kein Ende zu nehmen. Schon wieder gab es eine Tote bei einem Unfall auf schnurgerader Strecke. Diesmal zwischen Rödermark-Waldacker und Rodgau Jügesheim. Am frühen Samstagmorgen gegen 4.30 Uhr vor einer Woche waren auf der Kreisquerverbindung zwei Fahrzeuge frontal ineinandergekracht. Eines fing Feuer. Zwar konnten Passanten die schwerverletzten Insassen aus dem Fahrzeug ziehen. Ein 23-jährige Frau erlag jedoch noch am Unfallort ihren Verletzungen. Warum die beiden Fahrzeuge auf schnurgerader Strecke aufeinander geprallt sind, gibt der Polizei weiterhin Rätsel auf. Gutachter sollen jetzt herausfinden, wie es zu dem schweren Unfall gekommen ist. Laut einem Polizeisprecher dauert die Erhebung eines derart umfangreichen Gutachtens bis zu vier Wochen. Ob sich dann allerdings genau rekonstruieren lässt, was der Auslöser des Unfalls war, bleibt abzuwarten.

Tödliche Verletzungen bei den Unfällen im Februar

Wie der EXTRA TIPP berichtete, gab es schon im Februar zwei weitere Unfälle, bei denen die Fahrer auf gerader Fahrbahn plötzlich die Kontrolle über ihre Fahrzeuge verloren haben. Einmal am 7. Februar, als ein 23-Jähriger aus Obertshausen mit einem 550-PS-Audi auf der B448 bei Offenbach von der Straße abkam und am 22. Februar. Damals war ein ein 51-Jähriger mit seiner Dodge Viper ebenfalls von der Straße abgekommen. Das Auto hat einen Acht-Liter-Motor und 400 PS. Um den schwerverletzten Fahrer aus dem Sportwagen zu holen, benötigte die Feuerwehr fast anderthalb Stunden. Laut Polizei dürfte neben zu hoher Geschwindigkeit auch Alkohol eine Rolle gespielt haben.

Suche nach Erklärungen

Eine Erklärung, warum sich die Frontal-Unfälle zurzeit häufen, gibt es bisher nicht. Polizeisprecher Rudi Neu ist aber sicher: „Das liegt alles noch im Bereich des normalen Unfallgeschehens. Eine besondere Häufung haben wir bisher nicht wahrgenommen.“ Grundsätzlich sei aber Alkohol am Steuer immer wieder einer der Gründe, warum es zu Unfällen auch auf geraden Straßen komme.

Ein weiterer Grund, warum Fahrer auf gerader Strecke die Kontrolle verlören, sei eine hohe Motorisierung gepaart mit wenig Praxis. „Für einen Wagen mit viel PS braucht es immer Erfahrung“, sagt Rudi Neu. Sei diese nicht vorhanden, weil der Fahrer sehr jung sei, könnten dann solche Unfälle passieren. Im aktuellen Fall sei jedoch keines der Fahrzeuge extrem motorisiert gewesen. „Angesichts der Uhrzeit schauen wir aber natürlich nach dem Alkoholpegel.“

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