Radeln unter Strom: 2011 wird der E-Bike-Sommer

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EXTRA-TIPP-Redakteur Norman Körtge am großen Feldberg.

Offenbach – Der Atem fliegt. Das Herz rast. Die Muskeln sind bereit, mit einem letzten Schmerz den Körper zu quälen, bevor sie endgültig verkrampfen. Von Axel Grysczyk

Mit dem Rad hinauf zum Großen Feldberg ist für ungeübte Radler zu anstrengend. Doch nicht wenn man ein Electra drei fährt. Ein Knopfdruck und der Drehstrommotor wird aktiviert. Mit Hilfe der 350 Watt Nennleistung und unterstützendem Pedaltreten erreicht man den Gipfel. Mit einem Lächeln.

E-Bikes haben das Zeug zum Sommerhit: Sie sind anders, auffallend und vermitteln ein überschwängliches Gefühl. E-Bikes, das sind Fahrräder mit denen man Streckenlängen und Steigungen weglächelt, weil sie von Elektromotoren unterstützt werden.

Redaktionsleiter Axel Grysczyk bei der lockeren Auffahrt zum Großen Feldberg, das Erreichen des höchsten Punktes und unten quer der Test im Gelände.

Der Gebirgstest: Es sind die traditionellen Radler, die am Donnerstagmorgen von Schmitten im Taunus Richtung Feldberg ächzen. Electra drei bringt seine 28 Kilogramm dagegen spielend in Schwung. Zudem besitzt das E-Bike ein spezielles Bergprogramm. Ein kurzer Tritt in die Pedale wird sofort durch den Motor unterstützt. Selbst wenn man anhält, ist Wiederanfahren ein Klacks. Denn das rund 1800 Euro teure Gefährt besitzt rechts einen Drehgriff fürs Gas und kann so in Motorradmanier angefahren werden. Ein kleines Versicherungszeichen ist zwar nötig, aber kein Helm. Und so bleibt genug Zeit den Frühling im Taunus zu genießen und an den schwitzenden Pedalrittern aus einer anderen Zeit vorbeizudüsen, die mit dem Kopf dicht über dem Lenker hin und her wanken.

Den ganzen Feldberg wieder runter. Die in der Nacht zuvor fünf Stunden lang geladene Batterie kann geschont werden. Die vom Hersteller angegebenen 35 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit (mit Tretunterstützung) werden bergrunter locker geknackt. Und trotzdem bleibt‘s bequem. Seicht sackt das Rad ein, wenn man mit den herkömmlichen Fahrradbremsen abrupt drosselt. Denn der Zweirad-Flitzer ist gefedert: Die Federgabel und die gefederte Sattelstütze machen‘s richtig bequem. Der Einsatz der guten, alten Rücktrittbremse bringt das Rad endgültig zum Stehen.

Der E-Bike-Test führte quer durch das Verbreitungsgebiet.

Der City-Test: Mittagszeit, Zeil, Asphaltdschungel – ein Genuss mit Electra drei. Mit dem Handgas manövriert man sich gelassen bis zum Römer. Und dann Schaulaufen für Electra drei: Gleich kommen Junge und Ältere und betteln: „Darf ich mal fahren?“ Tipp: Auch im Flachen das Bergprogramm wählen, dann hat derAlu-Esel im Anzug noch mehr Power.

Der Über-Stock-Stein-Test: Klar, das E-Bike brettert auch durchs Gelände. Dank optimaler Federung kein Problem. Doch das ist nicht das bevorzugte Terrain für das Elektrorad. Schon mehr Spaß macht‘s im Bereich an der Offenbacher Käsmühle über geschotterte Wege oder entlang der Bieber zu e-biken. Rund 100 Kilometer soll der Akku halten – und die Bieber ist nur 17 Kilometer lang…

Das Fazit: Ein Riesen-Spaß! Zunächst ist es ein ungewohntes Gefühl für so wenig Trampeln ein so hohes Tempo unter die Reifen zu bekommen. Der Spaß und der Erfolg an der Steigung drängen schnell alles in den Hintergrund. Ohne Elektro-Unterstützung ist es ein schwerfälliges Rad, das nur in der Ebene locker getrampelt werden kann. Resultat: Auf alle Fälle probieren und sich in sein eigenes E-Bike verlieben. Mehr Infos und Modelle unter www.lautlos-durch-rhein-main.de.

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