Quer durch Europa: Mit dem Oldtimer-BMW beim Kult-Rennen

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Fahrer Andreas Vielgut (rechts) und Beifahrer Alfred Tuchel aus Oberursel beim Zwischenstopp. Der rote BMW ist Bauhjahr 1977, hat 109 PS.

Oberursel – Wenige Pausen, wenig Schlaf – einfach nur Autofahren. Und das insgesamt rund 6500 Kilometer. Die Oberurseler Andreas Vielgut und Alfred Tuchel erfüllen sich zum zweiten Mal den Traum von der historischen Rallye Monte Carlo. 2011 machten sie von rund 300 Teilnehmern Platz 163. Von Julia Renner

Schon seit 30 Jahren wollte ich mal mitfahren“, sagt Alfred Tuchel über die historische Rallye. Zugeschaut an der Strecke hat er schon oft. 2010 hat der 72-Jährige dann Nägel mit Köpfen gemacht. Beim Lagerfeuer in Monte Carlo hat er sich damals gesagt: „Warum denn nicht?“

In Andreas Vielgut hat er einen rennsport-begeisterten Fahrer gefunden. „Wenn man jahrelang daneben gestanden hat, möchte man auch mal selbst fahren“, sagt der 32-Jährige, der bereits beim Fahren von Bergrennen viel Erfahrung gesammelt hat. Gemeinsam haben sie genannt – und auch prompt einen Startplatz bekommen. Denn nicht jeder, der mitfahren möchte, darf auch teilnehmen. Das Auto muss mindestens 30 Jahre alt sein und als Modell schon einmal bei der Original Rallye Monte Carlo dabei gewesen sein. Mit dem 3er-BMW von 1977 sind die beiden nun schon zum zweiten Mal dabei. Ohne Navigationsgerät, dafür mit etlichen Straßenkarten haben sie sich am Sonntag, 29. Januar, von Warschau aus auf den Weg gemacht. Am Montag waren sie dann schon wieder in der Heimat, zumindest für kurze Zeit: Bad Homburg war Durchgangsstation für die Fahrer.

Wenn sie an diesem Sonntag von Monte Carlo zurück nach Oberursel kommen, haben sie rund 6500 Kilometer hinter sich gebracht, wenig geschlafen, selten pausiert und im Stau gestanden. Doch für die Rennsport-Freunde lohnt sich die Anstrengung – und die gut 15.000 Euro, die sie während der Rallye ausgeben werden. „Die Gegenden sind traumhaft. Und die Autos erst“, schwärmt Motorsport-Fan Alfred Tuchel.

Mit dem 163. Platz wollen sie sich aber dieses Jahr nicht zufrieden geben. „Wir fahren auf Sieg“, sagt Tuchel. Zumindest, wenn das Auto und das Wetter mitmachen, fügt der Rentner hinzu. Doch auch, wenn sie nicht ganz vorne landen, ist das für die Orscheler Rennsport-Fans nicht schlimm, denn: „Wer ankommt, der hat schon gewonnen.“

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