Mit Punsch, Mandeln und Geschenken gegen Armut

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Einkauf für den guten Zweck: Beim Mattel-Lagerverkauf spendierte Martina Groß (links) vom Offenbacher Modehaus M. Schneider Spielsachen im Wert von 2000 Euro. Mattel legte noch einmal sechs Barbiehäuser drauf. Weihnachtsmarkt-Organisatorin Christine Sparr freute sich über die Großzügigkeit.

Offenbach – Wenn es draußen kalt wird, beginnt bei Christine Sparr die heiße Phase. Die Offenbacher Tafel-Chefin organisiert einen Weihnachtsmarkt für Bedürftige auf dem Mathildenplatz. Dort stehen am vierten Adventswochenende Buden, an denen jeder nur soviel zahlen muss, wie er kann. Von Christian Reinartz

Glückliche Gesichter beim Bedürftigen-Weihnachtsmarkt im vergangenen Jahr.

Es sind die Kinderaugen, die Christine Sparr immer wieder dazu bringen, schon Monate vor der Weihnachtszeit mit der nervenaufreibenden Planung zu beginnen: Spender organisieren, Unternehmen überzeugen, sich mit dem Marktbeschicker absprechen, Würstchen, Glühwein und kandierte Früchte organisieren. „Das macht ganz schön fertig, aber es ist so schön, die Kinder glücklich zu sehen“, sagt Sparr. Der sozial engagierten Tafel-Chefin reicht der bloße Weihnachtsmarkt-Rummel aber nicht. Ihr erklärtes Ziel: „Alle Kinder, die unseren Weihnachtsmarkt besuchen, sollen auch ein richtiges Weihnachtsgeschenk bekommen.“ Bei einer Tombola bekommt jedes Kind, das persönlich anwesend ist, ein Los für einen Euro. „Und jedes Los ist auch ein echter Gewinn“, verspricht Sparr: „Trostpreise gibt‘s bei uns nicht.“ Viele Spender hat Sparr schon zusammen. Unter anderem die Firma M. Schneider, die mit Sparr für 2000 Euro Spielzeug beim Lagerverkauf von Mattel in Dreieich eingekauft hat. Und der Barbie-Hersteller legt noch einmal sechs Barbiehäuser drauf.

Damit beim Bedürftigen-Weihnachtsmarkt auch das Angebot stimmt, spenden Marktstände des regulären Offenbacher Weihnachtsmarktes. „Die geben uns kostenlos Getränke, Lebkuchenherzen, gebrannte Mandeln und kandierte Früchte“, sagt Sparr dankbar: „Ohne die wäre das alles nicht denkbar.“

Organisation übernimmt ein Profi

Für die Organisation und den Aufbau hat Sparr sogar einen Profi gewonnen: Klaus Kohlweyer, Inhaber der Firma Erko aus Mühlheim und Marktmeister des Offenbacher Weihnachtsmarktes. Der ist von der Sache begeistert: „Ich finde es ganz wichtig, dass auch die bedürftigen Menschen in der Stadt die Chance auf einen echten Weihnachtsmarktbesuch mit allem drum und dran haben.“ Größte Belohnung seien auch für ihn die vielen glücklichen Kinder.

Doch trotz aller Bemühungen und Spenden fehlen Christine Sparr noch etwa 3000 Euro in der Kasse. „Wir brauchen noch die Würstchen und ein paar große Geschenke. Dann schaffen wir es auch diesmal alle bedürftigen Kinder an Weihnachten glücklich zu machen.“ Wer Sparr unterstützen will, meldet sich unter Telefon (0171) 9293285.

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