Punkiger Banker: So werden die Reichen immer reicher

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Mit schwarzen Stiefeln, neongrünen Schnürsenkeln, und punkiger Frisur posiert Investmentbanker Gerald Hörhan vor seiner Luxuskarosse. 

Frankfurt – Schwarze Stiefel, Sicherheitsnadeln an der Anzugsjacke und hochgestellte Haare. So sieht kein typischer Investmentbanker aus. Gerald Hörhan aus Wien will anders sein und provozieren. Und das tut er in seinem Buch „Investment Punk“. Von Angelika Pöppel

Darin erklärt er, warum Reiche immer reicher werden. In dieser Woche hielt er einen Vortrag über Konsum und Schulden für die Schüler der Ludwig-Erhard-Schule in Unterliederbach.

„Ich halte mich nicht an Konventionen“, sagt der erfolgreiche Investmentbanker. Er trägt keinen Anzug und fährt ein gebrauchtes Luxusauto. Seinen Austin Martin kaufte er dem Vorbesitzer ab, als der die Leasingraten nicht mehr zahlen konnte. Hörhan greift gerne in Krisenzeiten zu. Der punkige Investmentbanker befindet sich seit seiner ersten Investition, die er noch während seines Wirtschaftsstudiums tätigte, auf der Überhohlspur. Der Wert seiner ersten Immobilie steigerte sich später auf das Fünffache.

Er will aufklären, denn „die Menschen leben wirtschaftlich unsinnig“, sagt Hörhan. Menschen setzen sich nicht mit sinnvollen Geldanlagen auseinander, sondern verschulden sich leichtsinnig, sagt der Punk-Banker.

Jugendliche machen sich zum Sklaven

Besonders Jugendliche tappen vermehrt in die Schuldenfalle. „Jugendliche machen sich freiwillig zu Sklaven der Wirtschaft“, sagt Investmentbanker und Autor Gerald Hörhan. Mit dem Abstottern von Krediten für Handy, Internet oder Klamotten verlieren Jugendliche ihre wirtschaftliche Freiheit.

Schulden zu haben, ist heute etwas ganz Normales, schreibt auch die Schuldnerberatung Frankfurt auf ihrer Internetseite. Kaum eine Anschaffung wird nicht durch einen Ratenkredit finanziert, ob Haus, Küche, Auto, Sofa oder auch Klamotten.

„Jugendliche bekommen immer mehr Kredite von Banken angeboten“, sagt Jessica Belotti von der Schuldnerberatung Frankfurt. In den vergangenen Jahren haben immer mehr Jugendliche zwischen 18 und 25 Jahren Privat-Insolvenz angemeldet. Die Jugend verschulde sich vor allem durch im Internet abgeschlossene Abos und Handyverträge, sagt sie.

„Die meisten Menschen fahren wirtschaftlich gegen die Wand“, sagt auch Gerald Hörhan. Vor allem mit dem Kauf eines Neuwagens. Laien glauben, dass der Kauf eines neuen Autos eine gute Investition ist. Doch das sei falsch. Ein Neuwagen verliere schon mit der Fahrt aus der Garage des Händlers bis zu 30 Prozent an Wert. Nach Hörhan sind gebrauchte Autos die bessere Investition. „Ein gut gepflegtes Cabrio aus den 80ern lohnt sich“, sagt er. Denn dieses bringt auf dem Gebrauchtwagenmarkt noch genug Geld. Auch teure Zusatzausstattungen erhöhen den Wert nicht. Der millionenschwere Unternehmer fährt selbst einen Austin Martin – allerdings gebraucht gekauft.

Kaufen und dann vermieten!

Auch vom Eigenheim träumen viele Menschen. Laut Hörhan ist der Kauf eines Hauses in einem Vorort keine sinnvolle Investition. Dafür nehmen zukünftige Besitzer Kredite auf und geben Geld für die Instandsetzung aus, das sie nicht besitzen. Sein Tipp: Immobilien in guter Lage kaufen und vermieten. Diese Immobilien steigern ihren Wert mit der Zeit. Der Investmentbanker kam mit diesem Prinzip – aber im größeren Stil – zu seinen Millionen.

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