Aus Heusenstamm

745 PS: Das ist der schnellste Golf der Welt

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Schneewittchen heißt das PS-Monster des Heusenstammers Henrik Schepler. Es bringt 745 Pferdestärken auf die Straße und fährt 341 Spitze.

Heusenstamm – Wenn Henrik Schepler Gas gibt, drückt’s den Magen auf die Rückbank. So müssen sich Astronauten beim Start fühlen. Nur, dass er keine Rakete lenkt, sondern einen Golf, den er Schneewittchen nennt. Von Christian Reinartz

 Möglich machen das 745 Pferdestärken unter Schneewittchens weißer Haube. Sieben – vier – fünf! Die Kraft dieses Motors sprengt alle Vorstellungskraft. Richtig bezeichnet heißt das Geschoss HGP Golf 6 R 3.6 Bi-Turbo und kann es so ziemlich mit jedem Sportwagen aufnehmen, der gebaut wird. Endgeschwidigkeit: 341 Stundenkilometer. Selbst einen Lamborghini Aventador, der bisher als wohl schnellster und kraftvollster Vertreter der Super-Sportwagen galt, bläst der giftige Golf aus Heusenstamm ohne Probleme weg.

Golf hat eine Straßenzulassung

Herr über das PS-Monster: Der Heusenstammer Henrik Schepler. Er hat sich seinen regulären weißen Golf von der Tuning-Firma HGP so umbauen lassen, dass er nun das schnellste ist, was Deutschlands Straßen zu bieten haben. Denn Scheplers Golf hat eine ganz reguläre Straßenzulassung. „Das ist ja das Besondere“, sagt der Geschäftsführer eines Frankfurter Karroseriebaubetriebs stolz. „Ich hab sowohl die Dekra als auch das Regierungspräsidium in meine ganze Planung mit eingebunden.“

Bilder von dem schnellen Geschoß

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In dem technischen Wunderwerk, das im Moment als das Maß aller Dinge gilt, werkelt der Motor eines Passat R36. Dazu die natriumgefüllten Auslassventile aus einem Golf 4 R32 sowie zwei 28er-Turbolader zaubern in sieben Gängen die 745 PS auf die Straße. Das hält aber kein normaler Reifen aus. „Also musste ich die Vorderreifen vom Lamborghini nehmen“, sagt Schepler. Nur die halten nämlich solche Geschwindigkeiten aus.

Fahrtraining wie Spezialisten der GSG9

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Sitzt man auf dem Beifahrersitz, merkt man im Stadtverkehr erstmal gar nichts von der Power unter der Haube. Auch von außen ist der Golf eben ein Golf, wenn auch mit dezenter Sportoptik. Die üblichen Tuningelemente fehlen. Nur ein paar schwarze Applikationen verleihen ihm eine böse, sportliche Optik. Keiner merkt, dass nur ein Fußtipp genügen würde, um sofort jeden 911er-Porsche hinter sich zu lassen.

Auf der Autobahn 66 Richtung Maintal tritt Schepler dann bei Tempo 100 richtig durch. Sechs Sekunden später lässt die Tachonadel die 200 hinter sich. Zehn Sekunden, dann ist die 300 geknackt. „Mein Rekord liegt auf freier Strecke bei 341 mit dem GPS gemessen“, sagt Schepler. Auf dem Tacho sind es noch viel mehr.

Ans Steuer darf deshalb nur, wer entsprechend Fahrerfahrung hat. Da ist Schepler eher der sichere Typ. „Ich selbst mache alle paar Wochen ein Fahrsicherheitstraining“, sagt er. Dazu nimmt er Fahrstunden bei einem Fahrlehrer, der auch die Spezialisten der GSG9 ausbildet. „Wenn man so eine Maschine beherrschen will, langt es nicht, sich einfach nur ans Steuer zu setzen. Das wäre blauäugig und Schneewittchen würde das nicht verzeihen.“

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