Können Main-Taunus und Höchst fusionieren?

Klinik-Fusion kann an 850 Mitarbeitern scheitern

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Fast die Hälfte der 2100 Mitarbeiter im Klinikum Höchst werden von der Stadt Frankfurt gestellt. Sie dürfen nicht außerhalb der Stadtgrenzen eingesetzt werden.

Taunus – Unerwartetes Hindernis bei den Fusionsplänen der Main-Taunus-Kliniken mit der städtischen Einrichtung in Höchst: Frankfurter Arbeitsverträge gefährden die Wirtschaftlichkeit des Projekts. Von Dirk Beutel

Sie müssen effizienter arbeiten und ihre Defizite abbauen, damit sie künftig unter einem Dach zusammenarbeiten können: Die geplante Fusion der Main-Taunus-Kliniken und des Klinikums Höchst ging diese Woche in die nächste Runde. Und in der hat sich für alle Beteiligten eine unerwartete Hürde ergeben: Der Personalgestellungsvertrag der Stadt Frankfurt  mit etwa 850 der 2100 Mitarbeitern, die dadurch an das Klinikum Höchst gebunden sind. In deren Verträgen ist klar geregelt, dass sie nicht außerhalb des Stadtgebiets eingesetzt werden dürfen. Falls diese Verträge nicht aufgelöst werden, würde dies die Fusion der Main-Taunus-Kliniken mit Höchst gefährden und die neue Dachgesellschaft mit Millionenbeträgen belasten. Der Landrat des Main-Taunus-Kreises, Michael Cyriax (CDU), fordert daher die Auflösung des Personalgestellungsvertrags.

Positive Zukunftsvisionen in Gefahr

Ausgangsbasis für die politische Debatte der Klinik-Fusion  ist der Abschlussbericht der Unternehmensberatung KPMG. Diese hatte Ende vergangenen Jahres zu einer Fusion der beiden MTK-Kliniken  in Hofheim und Bad Soden mit der städtischen Einrichtung in Höchst geraten (der EXTRA TIPP berichtete). Nach deren Angaben bestehe dann die Möglichkeit, dass die Kliniken 2018 ohne Verluste arbeiten. Nach Einschätzung der KPMG-Wirtschaftsprüfer hätten beide Einrichtungen, wenn sie weiter selbstständig geführt würden, mittel- bis langfristig keine Chance auf eine solide wirtschaftliche Zukunft. Doch die scheint nun wieder auf wackeligen Beinen zu stehen.

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Kritik kommt aus Richtung der FDP-Römerfraktion: „Der Personalgestellungsvertrag der Mitarbeiter des Klinikums Höchst scheint sich zu einem gravierenderen Problem zu entwickeln als Gesundheitsdezernentin Heilig dies vermutet hat. Dass sich nun auch der Klinik-Betriebsrat bei den bestehenden Verträgen in Frankfurt quer stellt, zeigt, dass Dezernentin Heilig sich endlich Gedanken über die Konsequenzen der Verträge der städtischen Mitarbeiter machen muss“, sagt der gesundheitspolitische Sprecher Gert Trinklein.

Weitere Bedingung für eine erfolgreiche Fusion: Eine öffentliche Trägerschaft muss langfristig gesichert sein. Denn: „Im Einzugsgebiet der Kliniken herrscht eine Überversorgung bei den Krankheitsbetten“, sagt Landtagsabgeordnete Nancy Faeser  (SPD). Daher müsse nach ihrer Einschätzung und der des Unterbezirksvorsitzenden der Frankfurter SPD, Mike Josef, eine Privatisierung, in welchem Maß auch immer, vermieden werden.

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