In Frankfurt

Private Ferienwohnungen sind ab sofort illegal

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Gäste gewerblich aufzunehmen, kann in Frankfurt teuer werden. Denn ab sofort ist es verboten, seine komplette Wohnung an Touristen zu vermieten.

Frankfurt – Die Stadt Frankfurt macht Vermietern ihrer eigener Wohnung einen Strich durch die Rechnung. Die privaten Ferienwohnungen sind ab sofort verboten. Von Angelika Pöppel

Frankfurt ist nicht das Allgäu oder die Ostsee und das bedeutet schlechte Nachrichten für über 1000 Frankfurter, die ihre private Wohnung über Internetportale, wie Airbnb oder Wimdu, an Touristen vermieten.

Weil damit Schluss sein soll, erklärt die Stadt die Vermietung für illegal. Die Rechtslage habe sich aufgrund eines Gerichtsurteils Anfang des Jahres geändert. Nur wo Ferienwohnungen im Bebauungsplan vorgesehen sind, sind sie auch erlaubt. „An der Ostsee sind ganze Siedlungen als Ferienwohnungen ausgewiesen. In Frankfurt lässt das kein Gebiet zu“, sagt Mark Gellert vom Frankfurter Planungsamt.

Nur Untermieter sind erlaubt

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Das Urteil mache es daher einfacher zu entscheiden, was illegal sei und was nicht: Verboten ist es, seine Zweitwohnung zeitweise komplett an Urlauber zu vermieten. Erlaubt ist dagegen Touristen oder Messegäste in einem Zimmer in der eigenen Wohnung unterzubringen. Denn in diesem Fall werde keine Wohnung dem Markt entzogen. Auch dürfe die eigene Wohnung bei einem Auslandsaufenthalt oder ähnlichem für wenige Monate vermietet werden.

Gellert hält diese Vorschrift nicht für zu hart: „Gebiete die als Wohngebiete genehmigt sind, sollten auch so genutzt werden.“ Obwohl die Nachfrage nach den privaten Unterkünften in Frankfurt deutlich geringer sei als in anderen Großstädten. Im Grundsatz habe die Stadt nichts gegen die moderne Form des Reisens. Doch es gebe genügend Alternativen: „In Frankfurt gibt es ein riesiges Angebot von Hotels und Motels – in allen Preisklassen.“

Mit hohen Bußgeldern muss gerechnet werden

Wer seine eigene Wohnung dennoch gewerblich an private Gäste vermietet, muss mit einem Bußgeld im Tausender Bereich rechnen. Auf Drängen der Stadt, belehren die Portale selbst ihre Anbieter mit der Rechtssituation. „Wir klingeln nicht an der Tür und kontrollieren die Anbieter“, so Gellert. Aber: Die Stadt gehe auch Hinweisen von Nachbarn nach.

In Offenbach hält die Stadt eine derartige Vorschrift nicht für notwendig. Obwohl auch zahlreiche Anbieter in der Stadt und im Kreis auf den Portalen zu finden sind, sei die Nachfrage so gering, dass die Stadt keinen Grund sehe, um einzuschreiten.

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