Sie predigen den Bob: Auf Missionsreise in Marokko

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Zehn Jahre Bandgeschichte haben die Musiker Uli Klapdor (von links), Robert Noetzel und Matze Schmidt jetzt in einem Buch verewigt.

Offenbach/Frankfurt – Er ist der Meister und sie sind deine Jünger. Robert Noetzel, Matze Schmidt und Uli Klapdor sind verrückt nach Liedermacher-Legende Bob Dylan (Foto rechts). So verrückt, dass sie nach Marokko gereist sind und seine Songs auf dem Marktplatz in Marrakesch gespielt haben. Als Band „Double Dylans“ texten die drei Frankfurter seit zehn Jahren Dylan-Songs auf hessisch und haben ihre Bandgeschichte nun in einem Buch veröffentlicht, dass in der Dylan-Szene große Beachtung findet. Von Christian Reinartz

„Bob Dylan ist für uns der King“, sagtRobert Noetzel. Anders lässt sich sein Lebenswandel auch nicht erklären. Der hagere Mann arbeitet tagsüber in einem sozialen Projekt in Offenbach. Abends wird er zu einem von drei „Double Dylans“, die aus Hits wie „All Along The Watchtower“ kurzerhand den „Rettich-Retter“ machen. Auf hessisch versteht sich. „Wir wollten nicht zum tausendsten Mal die Dylan-Hits covern“, erklärt Noetzel: „Wir wollten was eigenes machen, ohne auf den Meister zu verzichten.“ Herausgekommen sind bisher sechs Platten. Das neuste ist ein Konzept-Album „in dem es um Wurzelgemüse und die Geschichte vom Rettich-Retter geht“, sagt Noetzel: „Auch wenn es sich verrückt anhört. Unsere Texte sind genauso abgefahren wie Dylans, nur eben hessisch.“

Sie sind die Spzialisten unter den Dylan-Fans

Bob Dylan

Mittlerweile gelten sie als die deutschen Spezialisten für das riesige dylansche Gesamtwerk, neben Wolfgang Niedecken von der Kölner-Mundart-Band BAP. Es gibt kaum einen verworrenen Text, den die drei nicht auswendig können. Und das ist schwer bei Dylan. Bis zu 20 Strophen haben seine Lieder, immer erzählt er eine Geschichte, oft abstrus, manchmal auch plump. „Dennoch sind seine Worte wie Bibeltexte“, schwärmt Noetzel: „Sie haben immer eine tiefere Botschaft, die man erst ergründen muss.“ Als Prediger der Dylan-Botschaft sind die drei unaufhörlich in der Weltgeschichte unterwegs. Bis nach Marrakesch sind sie im Namen ihres Herrn gereist. „Auf unserer Marokko-Tour haben wir uns einfach auf die Marktplätze gestellt und gespielt“, erinnert sich Robert Noetzel: „Den Leuten hat‘s gefallen und sie haben die Dylan-Songs wiedererkannt.“ Ihre Erlebnisse haben die „Double Dylans“ jetzt in einem Buch zum zehnjährigen Band-Jubiläum veröffentlicht. Das beinhaltet nicht nur die kuriosen Geschichten ihrer Touren. Es ist eine Hommage an ihren Meister, den sie zwar noch nie getroffen haben, aber so gut kennen, wie den besten Freund: Bob Dylan.

Weitere Infos zur Band und deren Buch auf www.devilishdoubledylans.com

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