Expertin gibt Tipps zur Heuschnupfen-Behandlung

Pollenflug: So können Allergiker sich helfen

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Region Rhein-Main - Die Nase läuft, die Augen jucken. Obwohl die ersten warmen Sonnenstrahlen in dieser Jahreszeit ins Freie locken, geht nicht jeder gern an die frische Luft. Frühlingszeit ist nämlich auch Allergiezeit. Von Christina Langenbahn

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Bäume, Sträucher und Gräser pflanzen sich durch Windbestäubung fort. Kilometerweit werden dabei die Pollen (männlichen Keimzellen) durch die Luft getragen. Viele Menschen, die unter Heuschnupfen leiden, reagieren auf diese winzigen Staubkörnchen allergisch. Pollen gelangen über Nase und Mund in den Körper.
In der Nase führen sie zu einem allergischen Schnupfen, begleitet von einem Juck- und Niesreiz. Durch Wärme kann sich der Zustand verschlechtern, die Nase verstopft noch mehr. Schwerer Heuschnupfen während der Pollenflugsaison kann sogar zu Kopfschmerzen, Fieber und Unwohlsein führen. Beim einen jucken nur die Augen, beim anderen lösen die Allergene bereits Husten bis zur Atemnot aus. Beschwerden wie diese sollte man durchaus ernst nehmen, sagt die Frankfurter Hautärztin und Allergologin Dr. Matina Herholz. „Man riskiert, dass sich die Allergie ausbreitet, wenn man sie zulässt.“ Das führe teilweise sogar zu Asthma. Bei Beschwerden wie Augenjucken und Schnupfen könne man sich gut mit Allergietabletten behelfen, die es freiverkäuflich in der Apotheke gebe.

Spezielle Immuntherapie kann helfen

„Bekommt man die Symptome nicht in den Griff, sollte man sich in allergologische Behandlung begeben. Wenn man beispielsweise hustet, ist dies sofort nötig“, sagt die Fachärztin. Eine effektive Möglichkeit zur vorbeugenden Behandlung der Beschwerden sei die sogenannte Hyposensibilisierung, eine spezielle Immuntherapie. Der Arzt klärt ab, ob diese Behandlung im individuellen Fall sinnvoll ist. Allergologen haben eine Zusatzausbildung gemacht, um sich so nennen zu dürfen. Meist sind dies Haut, Hals-Nasen-Ohren-, Kinder- und Lungenfachärzte. Bei ihnen sollten Betroffene nachfragen, ob sie eine solche Behandlung anbieten. Über den Pollenflug können Betroffene sich regelmäßig im Internet informieren. „Als Allergiker  sollte man seine Freizeitaktivitäten darauf abstimmen“, sagt Dr. Matina Herholz. Denn wenn man sich beim Sport anstrenge, verschlimmere das die Beschwerden durch das tiefere Einatmen. In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Pollenallergiker gestiegen. „Es gibt Studien, dass die Luftverschmutzung der Grund dafür ist. Vor allem Dieselabgase“, sagt die Frankfurter Fachärztin. Aufklärung ist deshalb wichtig.

Kreuzallergien sind möglich

Medikamente helfen im akuten Fall. Aber auch schon vorbeugend kann man den Ansturm der Pollen zumindest ein wenig bremsen. In städtischen Gebieten sollte man eher in den frühen Morgenstunden, auf dem Land dagegen eher abends lüften. Die Techniker Krankenkasse rät zudem, während der Pollensaison am besten in pollenfreie Regionen zu verreisen. Pollenarme Luft findet sich vor allem auf Inseln, am Meer und in Hochgebirgslagen. Pollenfilter für die Lüftungsanlagen sollten jährlich gewechselt werden. Vor dem Zubettgehen sollten Betroffene sich möglichst die Haare waschen und die Straßenkleidung außerhalb des Schlafzimmers ablegen. Viele Pollenallergiker reagieren auch auf Nahrungsmittel allergisch, man spricht dann von einer Kreuzallergie. Zu den typischen Symptomen gehören Kribbeln und Juckreiz bis hin zu Schwellungen der Mund- und Rachenschleimhäute. Es kann auch zu Magen-, Darm-, Haut- oder Kreislaufbeschwerden bis hin zum anaphylaktischen Schock kommen. Welcher Allergiker auf welche Lebensmittel negativ reagiert, ist abhängig von den Pollen. Wer beispielsweise auf Frühblüher reagiert, verträgt hauptsächlich keine Haselnüsse, rohes Kern- und Steinobst oder Kiwi. Viele pflanzliche Nahrungsmittel-Allergene vertragen keine Hitze und sind somit in gekochter Nahrung verträglich.

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