Erle und Hasel blühen zuerst

Pollen fliegen immer früher - Diese Apps helfen 

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Auch, wenn draußen noch Mütze angesagt ist: Die Pollen fliegen schon und bringen so manchen Allergiker um den Verstand. Spezielle Apps bieten Hilfe durch Informationen, etwa mit einer Pollenvorhersage.

Die Winter sind nicht mehr kalt genug. Das hat auch Auswirkungen auf die Leidenszeit von Allergikern. Die beginnt nämlich immer früher. Wer mit Erle und Hasel auf Kriegsfuß steht, ist als erstes dran. Von Axel Grysczyk

Region Rhein-Main – Der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) bekommt die ersten Anfragen, weil es schon wieder in der Nase kribbelt und die Augen jucken. Grund: Die Frühblüher werden immer früher aktiv im Jahr. Natürlich hängen die Aktivitäten der Bäume von der Witterung draußen ab, doch es nicht zu übersehen, dass eine Veränderung stattfindet. Früher hat die Hasel erst im Februar geblüht. Jetzt fliegen die ersten Pollen manchmal schon im Dezember. Die Birke sei im Schnitt auch zwei Wochen früher dran. Dieser Baum kann für Allergiker eine große Rolle spielen: 50 Prozent der Summe aller Baumpollen, die bei Pollenallergikern Heuschnupfen auslösen, stammen von der Birke. Patienten, die auf Baumpollen allergisch reagieren, bemerken den früheren Pollenflug.

Pollenflug von Witterung abhängig

Den immer früher einsetzenden Pollenflug kennt auch Claus Uebel, Pressesprecher der DAK Hessen, und doch ist er nicht völlig beunruhigt. „Allergien sind im Fluss, eigentlich das ganze Leben. Allergien kommen und verschwinden, manchmal auch noch in höherem Alter“, erklärt er. Daher verändere sich auch die persönliche Allergieleidenszeit eines Menschen im Leben mehrfach.

Uebel hofft auch auf wieder strengere Winter. Der Pollenflug sei nun mal stark von der Witterung abhängig. Die vergangenen zwei Winter seien sehr mild gewesen, „aber es werden auch wieder strengere Winter kommen und dann ist auch die Leidenszeit für viele Allergiker verkürzt.“

Das hilft den aktuell Betroffenen nichts. Sie müssen durchhalten. Das wird zumindest dadurch vereinfacht, dass sich Betroffene rechtzeitig informieren können. Im Internet gibt es unter www.pollenflug.de alle wichtigen Infos über jede Region in Deutschland. Die Vorhersagen gehen mit der Zeit und daher gibt es sie auch als App fürs Smartphone oder das Tablet.

Pollen-App mit Tagebuch

Der Polleninformationsdienst beispielsweise überprüft seit 30 Jahren den Pollenflug an 45 Stellen in Deutschland und bietet eine kostenlose App an. Damit können Allergiker für ihren Standort eine Pollenvorhersage bekommen. Also auch für unterwegs ein nützlicher Begleiter. Dazu können Betroffene über einen kürzeren Zeitraum ihre persönliche Sensibilität auf den Pollenflug eingeben. Die App berechnet dann, wie stark sie auf die Pollenbelastung reagieren werden.

Dazu gibt es die Möglichkeit, mit dem Tagebuch ein Profil der individuellen Belastung zu erstellen und mit der messbaren Pollenbelastung abzugleichen. Als Diagramm veranschaulicht, kann dieser Abgleich als PDF an den Arzt weitergeleitet werden. Die Anwendung hat mittlerweile über 60.000 Nutzer.

App: Pollenflug-Vorhersage

Mit dem „Pollen-Radar“ von Rathiopharm wissen Allergiker im Urlaub oder Zuhause immer, wie stark die Atemluft mit 14 verschiedenen Pollen-Arten belastet ist. Außerdem gibt es einen Ausblick für die nächsten zwei Tage. Dazu liefert die App allgemeine Allergie-Infos und Alltagstipps. Mit dem Selbsttest können Nutzer außerdem schnell erfahren, ob sie von Allergien betroffen sind. Die App ist gratis.

Mit Akupunktur Symptome lindern

Die App „Allergie Soforthilfe“ bietet Beschreibung und Video-Anleitungen für Akupunktur-Massagen, die gegen die Allergiesymptome, wie Juckreiz, Ausschlag oder gereizte Augen helfen sollen. Die Erinnerungsfunktion kann eingestellt werden, um die regelmäßigen Massagen nicht zu vergessen. Die Einsteiger-App ist gratis.

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