Deutsch-Äthiopier geschlagen

Polizist wegen Misshandlung und Beleidigung vor Gericht

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Frankfurt - Vor zwei Jahren eskalierte eine Fahrscheinkontrolle in der Frankfurter U-Bahn: Von Donnerstag (30.10.) an muss sich deshalb ein 33 Jahre alter Polizeioberkommissar vor dem Amtsgericht Frankfurt verantworten. Er soll einen Deutsch-Äthiopier geschlagen und beleidigt haben.

Die Anklage wirft dem Beamten unter anderem Körperverletzung im Amt. Der Vorfall im Oktober 2012 hatte ein großes Medienecho hervorgerufen. Die Polizei war nach einer Auseinandersetzung zwischen dem späteren Opfer und den Kontrolleuren herbeigerufen worden. Der Deutsch-Äthiopier war seiner Verlobte zu Hilfe gekommen, die ohne Fahrschein unterwegs gewesen sein soll.

Der Polizist soll dem Mann bei der Personenkontrolle mehrfach ins Gesicht, auf die Brust und in die Nierengegend geschlagen sowie auf ihn eingetreten haben. Ein Versuch des Opfers, mit seinen Eltern zu telefonieren, wurde laut Anklage von dem Beamten mit den Worten "Dummer Schwätzer" beendet.

Ursprünglich wurde auch noch gegen drei weitere an der Überprüfung beteiligte Beamte sowie gegen den Ingenieur selbst ermittelt. Diese Verfahren brachten jedoch keine ausreichenden Hinweise auf Straftaten. Das Amtsgericht will jetzt zahlreiche Zeugen vernehmen. Der Prozess soll am zweiten Verhandlungstag am 6. November abgeschlossen werden.

dpa

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