Schlechte Zeiten für Verbrecher

Polizeipräsidium Südosthessen: Straßenkriminalität auf Rekordtief

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Sowohl in Offenbach als auch in Hanau kam es immer seltener zu einem Diebstahl auf der Straße.

Offenbach – Dass die Polizei in Stadt und Kreis Offenbach sowie in Hanau im vergangenen Jahr den Kontrolldruck erhöht hat, wird nun deutlich: Schaut man sich die Bilanz 2015 des Polizeipräsidiums Südosthessen an, wird das Leben dort immer sicherer. Von Dirk Beutel

„Noch nie war das Risiko für Kriminelle so groß, von der Polizei in unserer Region gefasst zu werden .“ Roland Ullmann, Präsident des Polizeipräsidiums Südosthessen, spricht bei der Vorstellung der Kriminalstatistik 2015 eine unmissverständliche Botschaft aus: Verbrecher leben in Stadt und Kreis Offenbach sowie in Hanau gefährlich. Und das trotz immer größeren Herausforderungen durch Zuwanderung und islamistischen Terror. Zwar ist die absolute Zahl von Straftaten im Zuständigkeitsbereich auf knapp über 49.000 wieder leicht angestiegen, dennoch sprechen die Zahlen aus dem vergangenen Jahr eine deutliche Sprache: Denn die Aufklärungsquote der Ermittler beträgt stolze 59 Prozent. Rekord seit Bestehen des Polizeipräsidiums Südosthessen im Jahr 2001.

Drei von fünf Taten wurden aufgeklärt

Ullmann: „Drei von fünf Taten konnten wir aufklären.“ Insgesamt kam es 2015 zu einem Plus von 1573 Straftaten im Vergleich zum Vorjahr. Dass es durch die massive Zuwanderung zu einer überproportionalen Zunahme von Straftaten gekommen sei, wollte Ullmann nicht bestätigen. Allerdings sei eine genauere Analyse noch nicht möglich. Eine exakte Auswertung gebe es erst mit den Zahlen aus dem laufenden Jahr. „Trotz einer Vervierfachung der Anzahl von Flüchtlingen auf Landesebene, die Zahl der Straftaten auf etwa 1700 verdoppelt“, sagt Ullmann. Das die Mehrzahl der Flüchtlinge illegal nach Deutschland reisten handele es sich dabei meist um ausländerrechtliche Straftaten. Dahinter kommen Ladendiebstähle, Schwarzfahren, Körperverletzungen.

Weniger Gewalt auf den Straßen

Dagegen hat die Gewaltkriminalität einen Tiefstand erreicht. 1468 Fälle. Dazu gehören: Mord, Totschlag, Vergewaltigungen oder schwere Körperverletzungen. So wenig gab es seit 2001 noch nie. Vor zehn Jahren wurden noch 2000 Fälle notiert. „Diese Entwicklung ist insofern wichtig. Da die Gewaltkriminalität in hohem Maße Einfluss auf das Sicherheitsgefühl der Bürger hat“, sagt Klaus Blaesing, Leiter der Kriminaldirektion. Mit 37 Tötungsdelikten wurden fünf mehr als im Vorjahr erfasst, davon wurden 36 aufgeklärt.

Straßenraub in zwei Jahren halbiert

Ebenfalls ein Minus verzeichneten die Ermittler beim Straßenraub. Innerhalb eines Jahres sank die Zahl von 295 auf 229 Fälle. Seit 2001 waren es noch nie so wenige. Vor zehn Jahren waren es noch 436 Delikte. Dabei sticht die Stadt Offenbach heraus. Dort registrierte die Polizei das niedrigste Aufkommen seit 2001. Die Zahl sank von 102 auf 61 Fälle. „Innerhalb zwei Jahre konnte im Stadtgebiet der Straßenraub mehr als halbiert werden“, sagt Blaesing. Ähnliches in Hanau: Dort sehen die Ermittler einen historischen Tiefstand. Dort kam es nur noch zu 45 Fällen. Nur im Kreis Offenbach stieg die Zahl um fünf auf 86 Delikte an. Auch die Straßenkriminalität sank auf ein Rekordtief von 10.704 Delikten. Dazu zählen Diebstähle, Sachbeschädigungen, und Körperverletzungen, aber auch Auto- und Taschendiebstähle.

Internetkriminalität und Betrugsdelikte steigen

In Offenbach sank die Zahl der Delikte auf ein Rekordtief von 2401, in Hanau auf den zweittiefsten Wert von 1480 Fällen. Im Kreis Offenbach wurden 4549 Vorfälle gezählt, 158 weniger als 2014. Anstiege mussten die Ermittler in den Bereichen Internetkriminalität, ein Plus von 200 Fälle auf 2384 und Betrug von 1139 auf 9237 Fälle sowie bei den Wohnungseinbrüchen von 101 auf 1984 Delikte.

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