Pokerschwergewicht will wieder spielen

Dort gewann er 1997 als erster deutschsprachiger Spieler in der Spielvariante Pot-Limit-Omaha die Weltmeisterschaft. Nebeneffekt: Ein Gewinn von 183.000 Dollar. Rohnacher spielte in den 90er Jahren in England, Malta, Ägypten, der Türkei und in den USA.

"Ich will immer der Beste sein, egal, was ich mache", gesteht er. Nach dem Abitur handelte Rohnacher mit Schallplatten und abgelaufenen Lizenzen. Als sich bei Kollegen die Prozesse um die Urheberrechte häuften, suchte der Jungunternehmer nach Alternativen und machte sein Hobby zum Beruf.br /Heute pendelt er zwischen seinem Hauptwohnsitz auf Mallorca und einer Drei-Zimmer-Wohnung im Rhein-Main-Gebiet. Er unterrichtet Poker und veranstaltet im Pancho Villaâ??s in Hanau Pokerturniere. Rohnacher verbringt 16 bis 20 Stunden am Tag mit Poker als Organisator und Lehrer. Selbst spielt er aber nur noch selten. Dennoch reizt es ihn sehr, wieder an einem Finaltisch zu sitzen.br /Körperlich ist das Pokerschwergewicht momentan aber nicht dazu in der Lage. "Wenn ich mal davon ausgehe, dass ich es ins Finale schaffe, dann bedeutet das vier bis fünf Tage jeweils mehrere Stunden hochkonzentriert zu spielen." Das wäre aufgrund seines Körpergewichts nicht machbar.Sein nächstes Ziel ist daher: Abnehmen. Um sich auf einen Kuraufenthalt vorzubereiten, geht Rohnacher zunächst ins Krankenhaus. "Anders würde ich es nicht schaffen, abzunehmen", bedauert der Workaholic. Die Auszeit will Rohnacher nutzen, um einen Verleger für seine zwölf Bücher, allesamt Poker-Ratgeber, zu finden. Er will den Lesern Tipps geben, aber niemandem Patentrezepte vorgaukeln. Rohnacher versteht Poker als Geschicklichkeits- und nicht als Glücksspiel. "Ich will niemandem falsche Hoffnungen machen", betont er.br /Einen nicht ganz ernst gemeinten Geheimtipp verrät der Profi dann doch: "Frauen sollten einfach ihr T-Shirt hochziehen, dann vergisst der Gegner sofort, was er als nächstes machen wollte." Mit einem Überraschungseffekt könne ein Spieler viel erreichen, denn zum großen Teil sei Poker auch Psychologie: "Was denkt der andere, was ich denke, was er denkt." Klingt verwirrend â?? ist auch so. "Aber das macht es erst interessant", erklärt Rohnacher. Hohe Preisgelder, die mittlerweile in Las Vegas auf Millionenhöhe angestiegen sind, interessierten ihn nicht in erster Linie. Es geht ihm vor allem ums Spiel. Gern würde er es sich selbst noch einmal beweisen, dass er bei großen Turnieren am Finaltisch bestehen kann. Bis dahin steht eine strenge Diät auf der Tagesordn

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