Veranstalter ist pleite

Hofheimer plant Sammelklage gegen den Cotton Club

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Dietmar Erk.

Hofheim/Frankfurt – Leckeres Essen, Musik, Tanz und Artistik – das versprachen die Veranstalter des Frankfurter Cotton Clubs. Daraus wurde nichts, die Show ging pleite, viele Karteninhaber blieben auf ihren Tickets sitzen. Dietmar Erk will jetzt dagegen mit anderen Betroffenen klagen. Von Dirk Beutel 

Dietmar Erk.

Es sollte eine neuartige, begeisternde Dinnershow werden – für das Publikum wurde es vor allem eins: Eine Riesen-Enttäuschung. Der Veranstalter Matthias Hoffmann ist pleite, hat kurz vor Weihnachten mitgeteilt, dass er Insolvenz angemeldet habe (der EXTRA TIPP berichtete). Der Cotton Club dicht, die Karteninhaber blieben auf ihrenteuren Tickets sitzen und sind sauer. So wie Dietmar Erk: Zum 14. Hochzeitstag schenkte der Hofheimer seiner Frau zwei Karten für die Dinner-Show am 28. Dezember. Kosten: 265 Euro. Doch statt einem leckerem Dinner und Soul-Musik bekam Erk eine E-Mail vom Veranstalter. In der heißt es, dass die Show auf Januar verschoben werden müsse. Ein konkretes Datum gebe es nicht, genauso wenig wie eine Begründung für die Verschiebung. „In Wahrheit war es eine Absage“, sagt Erk. „Dass man die Menschen für dumm verkaufen wollte und dachte, dass die Sache im Sand verläuft, ärgert mich. Das war einfach nur Betrug.“

Auch Nelson Müller soll nicht bezahlt worden sein

Deshalb plant der Hofheimer eine Sammelklage mit anderen Betroffenen einzurichten. Einen Rechtsanwalt, der sich dem Fall annehmen würde, hat er bereits an der Hand. „Es kann jedem passieren, in die Insolvenz zu geraten, aber die Art und Weise wie mit den Kunden umgegangen wurde, hat mich zu diesem Schritt gebracht.“ Noch jemand der juristisch die Geschütze hochgefahren hat, ist die Galionsfigur des Frankfurter Cotton Clubs, Starkoch Nelson Müller. Auch er habe einen finanziellen Verlust im „hohen fünfstelligen“ Bereich erleiden müssen. Er schreibt auf seiner Homepage: „Für mich und mein Team ist das eine sehr große Enttäuschung, wir sind alle sehr bestürzt über diese Information und Entwicklung.“ Dabei wollte Müller anfangs gar nicht mitmachen: „Wir hatten Gespräche und ich habe zunächst abgesagt und bei hartnäckigem wiederholten Nachfragen ein erneutes Gespräch geführt. Ich hatte natürlich von seiner Vergangenheit gelesen. Mir ist aber von Haus aus auf den Weg gegeben worden, dass Menschen im Leben eine zweite Chance verdienen.“ Hoffmann saß 1998 wegen Steuerhinterziehung im Gefängnis.

Staatsanwaltschaft ermittelt bereits

Erst am 31. Oktober feierte die Dinner-Show im Cotton Club Premiere. Da sah noch alles gut aus: In zwei Zeltpalästen mit 440 Plätzen an der Hanauer Landstraße machten 40 Musiker, Sänger, Artisten, Tänzer und Sportler die Show, die wenig später pleite ging. Doch im Internet sieht das anders aus: Dort wirbt man mmer noch mit dem Gesicht von Nelson Müller, als wäre nichts gewesen. „Warum das immer noch so ist, würde ich auch gerne wissen. Ich gehe abermals dagegen juristisch vor“, sagt der Starkoch auf Nachfrage des EXTRA TIPPs. Gegen Hoffmann und seine Frau Faiza C. ermittelt die Mannheimer Staatsanwaltschaft. Es geht um des Verdachts der Insolvenzverschleppung und Betrug in mindestens zwei Fällen: „Seit Januar untersuchen wir die Zusammenhänge in Sachen Cotton Club und seit September beschäftigen uns die Hintergründe zur Afrika Afrika-Show“, sagt Peter Lintz, Sprecher der Staatsanwaltschaft Mannheim.

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