Niederrad: Organisator zwischen Wettbüro und Pferdebox

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Ihn liegt der Sport und der Standort der Pferderennbahn am Herzen: Phlilpp Riethmüller 

Frankfurt – Angefangen hat er als Läufer, verteilte Quotenzettel. Heute ist Philipp Riethmüller der Mann, der auf der Frankfurter Pferderennbahn in Niederrad die Renntage auf die Beine stellt und ausführt. Von Enrico Sauda

Bereits in den 70er Jahren schnupperte der 41-Jährige Pferdesportluft und blieb davon nachhaltig beeindruckt. Aber es sollte noch bis in die 90er Jahre dauern, bis ihn dieses Ambiente nicht mehr losließ. Mein Hobby, das Wetten, hat mich hierher gebracht.“ Er habe viel gewonnen und viel wieder verloren. Und zwar nicht nur in der Mainmetropole, „sondern ich habe in Deutschland fast alle Bahnen gesehen“.

Auf der Suche nach Studentenjob, blieb er auf der Rennbahn hängen

Damals war er auf der Suche nach einem Studentenjob und blieb auf der Rennbahn hängen, erinnert sich der gelernte Bankkaufmann. Danach beschäftigte ihn die Pressearbeit, und von 2001 bis 2004 fungierte er dort als Geschäftsführer. „Damals gab es auch noch viel mehr Renntage als zurzeit“, berichtet Riethmüller. Gut 20 pro Jahr fanden statt. Heute sind es acht. „Das liegt an der wirtschaftlichen Gesamtsituation“, erklärt Riethmüller. „Eine Rennveranstaltung lebt nun mal von den Wetteinnahmen, der Gastronomie, dem Sponsoring und den Eintrittsgeldern.“ Doch die Tendenz ist steigend, hat Riethmüller beobachtet. „Die Anzahl der Besucher ist gewachsen.“

Kein Burnout trotz Siebentagewoche mit 80 Stunden

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Ihm liegen der Sport und der Standort am Herzen. Es sind zwar weniger Rennen als früher, aber dafür hat es die Organisation in sich. Dauernd klingelt Riethmüllers Handy. Während er über das Rennbahn-Areal läuft, sprechen ihn etliche Menschen an, wollen etwas wissen, Anweisungen erhalten. Riethmüller schaut auf eine Handy-Kurzmitteilung und sagt: „Ich habe eine Siebentagewoche mit 80 Stunden vor einem Renntag. Die Organisation eines solchen beginnt schon Wochen und Monate zuvor. „In die heiße Phase treten wir aber erst gut 14 Tage vor dem Start ein“, so Riethmüller. Von Burnout oder Stress zeigt der Mann keine Spur. Im Gegenteil. „So einen tollen Arbeitsplatz wie diesen zu finden, ist etwas ganz Besonderes“, sagt er.

Das Mädchen für alles

An den Tagen unmittelbar vor dem Rennen ist Riethmüller das Mädchen für alles, aber mit einem festen Ziel vor Augen. „Es geht darum, die Bahn auszulasten, die Zahl der Renntage auf 15 zu erhöhen.“ Die Frankfurter Bahn soll ein Standort mit einem gewissen Bekanntheitsgrad werden. Zurzeit lebt sie zum guten Teil auch davon, dass Firmen dort Veranstaltungen austragen oder Ausstellungen zu sehen sind.

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