Pflegen ohne Frust: "Lasst die Alzheimer-Kranken so wie sie sind!"

Hans-Peter Mrasek hat Alzheimer. Langsam aber sicher verkümmert sein Gehirn, stellen seine Synapsen die Arbeit ein. 24 Millionen Menschen teilen sein Schicksal weltweit. Schon in 30 Jahren wird sich die Zahl vervierfacht haben, schätzen Experten.

Heute rückt die heimtückische Demenz-Erkrankung in den Fokus der Öffentlichkeit: Heute ist Welt-Alzheimer-Tag.Mrasek wird wenig davon mitbekommen. Er lebt in seiner eigenen, kleinen Welt und kämpft jeden Tag erneut gegen das Vergessen an, versucht immer wieder beim Frühstück alles richtig zu machen. Es ist ein aussichtsloser Kampf."Genau deswegen sind viele Alzheimer-Patienten auch so niedergeschlagen und depressiv", erklärt Gisela Ascher, Leiterin der Alzheimer-Tagespflege im Dietzenbacher DRK-Seniorenzentrum: "Die Leute bekommen mit, dass sie nicht mehr so funktionieren, wie es das Umfeld von Ihnen erwartet." Ein Alzheimer-Kranker erlebe am laufenden Band Situationen, in denen er versage. Die Reaktion sei in der Regel Frust und Depression.Deswegen rät Ascher: "Lasst die Alzheimer-Kranken so wie sie sind." Anstatt immer wieder zu versuchen, den vergesslichen Menschen etwas beizubringen, gar Gedächtnistrainings zu absolvieren, sollten Angehörige sie lieber so nehmen, wie sie sind. "Dann geht es auch den Angehörigen besser." Ascher macht keinen Hehl daraus: "Diese Krankheit ist nicht umkehrbar. Alles Üben nutzt nichts, macht es vielleicht nur noch schlimmer."In ihrer Tagespflege, wo bis zu 20 Patienten aus der ganzen Region unterkommen, versucht die Leiterin der Einrichtung mit ihrem Team nun, das meist schon zerstörte Selbstwertgefühl wieder aufzubauen. Die Methodik ist genauso einfach wie einleuchtend: Gemeinsames Musizieren oder Malen mit Betreuern. "Das macht die Menschen glücklich, weil sie merken, dass sie noch im Stande sind, eigenständig etwas zu schaffen", erklärt Kunst-Therapeutin Theresia Simon.Im Seniorentreff des Arbeiter-Samariter-Bundes in der Offenbacher Pirazzistraße setzt Elfriede Eckhardt auf dieselbe Methode. Hier dürfen Demenzkranke selbst kochen. "Durch die Arbeit in der Küche, werden Erinnerungen wach, und die Menschen haben wieder mal ein Erfolgserlebnis", begründet sie die Aktion.Dass den Patienten die Bestätigungs-Therapie von Seniorentreff und Tagespflege bekommt, bestätigen die lachenden Gesichter im Musikraum des Dietzenbacher Rot-Kreuz-Seniorenzentrums. Dort sitzen vier Frauen und schlagen auf Trommeln und ein Xylophon. Sie lachen, sind offensichtlich glücklich. Auf die Frage hin, ob ihnen ihr Leben hier Spaß macht, kommt ohne lange zu überlegen die ehrliche Antwort aus dem Mund von Patientin Gertrud Unold: "Oh ja, es macht noch sehr viel Sp

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