Pfandkiste nur in Frankfurt verboten – Nordender Alternative ist erlaubt

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Boris Konopka aus Frankfurt hat einen Pfand-Paternoster erfunden.

Frankfurt – In Hamburg, Berlin und München hängen immer mehr Pfandkisten an Laternen, damit Pfandsammler nicht in die Mülltonne greifen müssen. Die Städte dulden die Aktion – Frankfurt nicht. Die Idee vom Frankfurter Boris Konopka wird dagegen begrüßt. Von Angelika Pöppel

Die Pfandkiste wird in Hamburg, Berlin und München geduldet - in Frankfurt nicht.

„Wir haben erst wenige Pfandkisten im Grüneburgpark und am Mainufer gesehen. Und diese haben wir entfernt“, sagt Bernd Roser vom Frankfurter Grünflächenamt. Die Stadt duldet die Kisten nicht: „Aus meiner Sicht ist das Werbung und die hat in den Grünanlagen nichts verloren“, sagt Roser.

Die Kisten sind ein Projekt der Initiative „Pfand gehört daneben“ aus Hamburg und einer Getränkefirma. Die Kiste hat zwei Vorteile: Sie erspart Pfandsammlern den Griff in den Mülleimer und die Flaschen werden dem Mehrwegsystem zurückgeführt. Im Internet gibt es die Bauanleitung: In die Getränkekiste wird ein Loch gesägt, dann wird die Kiste bis zur Hälfte aufgesägt und kann so um eine Laterne befestigt werden. Die Idee kam so gut an, dass Freiwillige auch in Berlin, München und vereinzelt in Frankfurt, die Kisten aufhängten. Doch die Stadt Frankfurt lässt die Kisten sofort abnehmen, weil sie dem Stadtbild schaden.

Doch auch in Frankfurt lassen viele ihre Pfandflaschen liegen oder schmeißen sie in den Müll. Besonders auf dem Friedberger Platz beim Freitagsmarkt hinterlassen Tausende Besucher ihre Flaschen. Dafür hat Boris Konopka aus Frankfurt eine Lösung. Er entwickelte einen Pfand-Paternoster: Fünf Getränkekisten werden verkehrtherum aufgestapelt und mit einer Kette verbunden. Die oberste Kiste kann so an der Kette entlang herunter genommen und befüllt werden. Wenn die Kiste voll ist, nimmt man die nächte Kiste herunter. „So können Pfandsammler bequemer die Flaschen nehmen und Besucher des Marktes schmeißen die Flaschen nicht in den Müll oder auf die Wiese“, sagt der 44-Jährige. Wenn eine Kiste von den Sammlern geleert wurde, kann sie wieder zurück auf den Stapel gesetzt werden. „Diese Technik hat mich an die Fahrt in einem Paternoster erinnert“, erklärt der Erfinder. Die Kette, die die Kisten verbindet, ist auch an einer Laterne oder Bank befestigt, damit die Kisten nicht komplett weggetragen werden.

Die Nordender Erfindung wird von der Stadt unterstützt. Am Abend sammelt der Entsorgungsservice die Kisten samt Inhalt ein und stellt sie eine Woche später wieder auf. Bisher beschränkt sich die Idee nur auf den Friedberger Platz. Doch Konopka will seinen Paternoster auch in anderen Stadtteilen zu Festen oder beim Public Viewing einsetzten. „Das Material kostet ja kaum etwas“, sagt er. Doch auch im Nordend läuft noch die Testphase: „Als wir den Paternoster vergangene Woche das erste Mal aufstellten, waren wir vom Erfolg hell auf begeistert.“

Mehr Infos gibt es auf www.pfandpaternoster.de.

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