Horror: Hornissen im Motorradhelm

Peter Tauchert siedelt 60 Hornissen von Mühlheim nach Kassel um

Region Rhein-Main – Für viele der Horror: Hornissen nisten sich in einem Motorradhelm ein. Ein Fall für Peter Tauchert. Der Experte sorgt für eine sichere Umsiedlung der rund 60 Tiere. Von Oliver Haas

Rosalinde Münzing aus Mühlheim im Kreis Offenbach traut ihren Augen nicht: Hornissen haben es sich in ihrem Carport in einem Motorradhelm gemütlich gemacht. Rund 60 der Stechinsekten schwirren herum. Aus alle Richtungen hört man die dicken Brummer fliegen. Gefährlich! Denn viele kleine Kinder gehören zur Familie Münzing. Doch Hornissen sind vom Aussterben bedroht und dürfen laut Bundesartenschutzgesetz nicht getötet werden. Deshalb beauftragt Münzing Experte Peter Tauchert aus Jügesheim. Er sorgt für einen sicheren Umzug der Hornissen in ihr neues Zuhause nach Kassel. Dort werden sie in einem Garten sehnsüchtig erwartet.

Hornissen sind ideale Ungeziefervernichter

So schnell wie andere die Tiere wieder los werden wollen, freut sich der neue Hornissenbesitzer aus Kassel auf seine Garten-Bewohner: „Ich erhoffe mir dadurch interessante Beobachtungen und ich kann eigentlich nur jedem empfehlen, sich ein Hornissen- oder auch ein Wespennest zu halten. Es macht Spaß, ihren Lebenszyklus zu beobachten.“ Man vergesse dann wirklich Fernsehen oder Internet.

Darüber hinaus seien Hornissen willkommene Ungeziefervernichter. Etwa ein halbes Kilo lässt sich ein Hornissenvolk pro Tag schmecken. Weil die Hornissen den Umzug nicht freiwillig mitmachen, muss Peter Tauchert bei Familie Münzing mit ausgeklügelter Technik nachhelfen. Mit einem umgebauten Staubsauger fängt er zunächst langsam die Flugtiere und die Königin ein.

Den Tieren passiert nichts beim Einsaugen

Diese landen dann in einer Auffangbox. Dabei stellt der Tierschützer klar: „Die Hornissen werden eingesaugt, aber den Tieren passiert nichts. Ich habe den Staubsauger so eingestellt, dass sie langsam in die Box eingefangen werden. Der Schlauch ist innen glatt, die Tiere werden nicht verletzt.“ Danach werden die Wabenteile mit den noch nicht geschlüpften Larven aus dem Helm raus genommen und in einen Umsiedlungskasten eingebaut. Dort wird dann auch die Box mit den eingesaugten Hornissen eingebaut. „Später wird der Fangkasten geöffnet, die Tiere frei gelassen. Aber noch bleiben sie gefangen. Ein mit Papier verschlossenes Loch hindert sie an der Freiheit. Wenn die Hornissen dann zu ihrem Nest gelangen und sich an den Innenraum gewöhnt haben, fressen sie sich durchs Papier und fliegen wieder auf Nahrungssuche.

Weitere Infos zu Wespen- und Hornissenumsiedlungen auf der Seite www.aktion-wespenschutz.de.

Mehr zum Thema

Kommentare