„Ich habe nur einen Namen vergessen“

Peinlich-Auftritt bei RTL: Der Kultreporter will weitermachen

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Kultreporter Andy Bohn bei der Arbeit: Hier interviewt er Ross Anthony. Mit seinem Moderatoren-Talent wollte er groß rauskommen und scheiterte auf RTL vor einem Millionen-Publikum.

Offenbach - Andy Bohn nennt sich „Kultreporter“ und hat bereits 250 Interviews für den Offenen Kanal mit Promis geführt. Diese Gabe wollte er beim „Super-Talent“ auf RTL vergangene Woche zur Schau stellen. Doch dann vergaß er den Namen von Jurymitglied Inka Bause und kam ins Stocken. Von Axel Grysczyk

Von der Jury wurde er abgewatscht und der Sender machte sich lustig über ihn.

Fanden Sie das fair, wie RTL mit Ihnen umgegangen ist?

Das Drumherum war in Ordnung. Beim Super-Talent gibt es mehr Leute als nur die Jury. Ich habe den Fehler gemacht, dass ich bei meiner Anmoderation den Namen von Inka Bause vergessen habe. Gut, dann stürzt sich die Jury da drauf. Das ist halt Fernsehen.

Sie sind nicht sauer?

Nein. Ich mache ganz normal weiter. Ich war nur ein bisschen enttäuscht von den Leuten, die dann auf Facebook geschrieben haben, dass das dumm war, oder dass es eine Blamage für Offenbach gewesen ist. Meine beste Freundin hat gesagt, ich hätte mich voll blamiert. Aber man muss auch mal etwas versuchen, um ins Fernsehen zu kommen.

Sie hatten nicht das Gefühl, „ich werde jetzt vor einem Millionen-Publikum bloß gestellt?“

Nein, ich bin ja selbst schuld. Ich bin ja dahin gegangen, ich habe den Namen von Inka Bause vergessen. Schlimm wird’s, wenn sie es aufnehmen und lächerlich rüberbringen – aber davon lebt RTL.

Also war es eine Blamage?

Nein, ich lauf’ ganz normal durch Offenbach. Ich bin gerade mal von zwei Leuten angesprochen worden.

Was würden Sie bei Ihrem nächsten Auftritt besser machen?

Ein neues Konzept: Vielleicht gehe ich mit einer Sängerin dahin, und ich kündige als Moderator die Sängerin an. Also eine, die wirklich was kann, weil moderieren kann ja fast jeder. Der Dieter Bohlen steht auf Gesang.

Warum sind Sie eigentlich Kult?

Bis vor einem Jahr habe ich die Kultreporter aus Hessen mit Sabrina Arend gemacht. Sie ist dann ausgestiegen. Kult bedeutet einfach, dass ich bei jedem Event Interviews bekomme.

Wen hatten Sie denn so alles schon vor dem Mikro?

Melanie Müller, Jürgen Drews, Ross Anthony, Severino, Beatrice Egli, Mickie Krause – alle eigentlich.

Was wäre Ihr größter Traum?

Eine eigene Sendung, mit der ich beruflich weiterkomme. Und natürlich weiter Veranstaltungen und Interviews machen. Am liebsten würde ich das Dschungel-Camp moderieren: Ich bin lustig und nett.

Was macht denn ein gutes Interview aus?

Gut angezogen sein, keine dummen Fragen, dann bekommt man auch gute Antworten.

Wer war denn Ihr Lieblings-Interviewpartner?

Severino, mit dem habe ich lang gesprochen, und Jürgen Drews, der war auch sehr nett. Aber auch Ina Colada und vor allem Willi Herren.

Was war Ihre beste Einstiegsfrage?

Das war in Köln, da habe ich Olaf Henning gefragt: Wie war dieser Auftritt in Köln? Es waren nur 30 Leute da.

Haben Sie sich schon mal für ein Interview geschämt?

Vor drei Jahren ist mir mal die Hose kaputt gegangen, der Knopf ist abgefallen. Es war ein Interview mit einer Sängerin, den Namen habe ich vergessen.

Gibt es irgendwas was Sie aus der Bahn wirft?

Nein, ich habe ja schon alles durchgemacht. Einmal habe ich Michael Wendler interviewt, und es war kein Ton an. Wenn irgendetwas mal nicht richtig läuft, dann habe ich schon mal keinen Bock mehr. Bis vergangene Woche war auch alles super, nur dann habe ich eben einmal den Namen von Inka Bause vergessen. Ich fand’s trotzdem gut beim Super-Talent, nur diese Sprüche von der Jury – die gehen gar nicht. Wenn ich solche Sprüche machen würde, bekäme ich kein einziges Interview mehr.

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