Auf Sonderisolierstation

Bei Leiche angesteckt: Bestatter mit Lassa-Fieber im Uniklinikum

Frankfurt - Höchste Sicherheitsstufe im Frankfurter Uniklinikum: Auf der Sonderisolierstation behandeln die Ärzte derzeit einen Mann aus Alzey. Der Bestatter soll sich bei einem Toten mit dem hochgefährlichen Lassa-Fieber infiziert haben. 

Die Kreisverwaltung Alzey-Worms teilte heute mit, dass der Mann in einem Bestattungsunternehmen in Alzey arbeitet. Dort hatte er Kontakt mit einem verstorbenen US-Bürger, der in Togo als Krankenpfleger gearbeitet hatte und am 26. Februar in der Kölner Uniklinik gestorben war. Erst später stellte sich heraus, dass der Tote am Lassa-Fieber gelitten hatte. Nach dem Bekanntwerden der Erkrankung seien dem Mitarbeiter der Bestatterfirma Blutproben entnommen und vom Frankfurter Kompetenz-Zentrum für lebensbedrohliche Erkrankungen untersucht worden.

Auch Familie unter Beobachtung

Die erste sogenannte Nullprobe vom 10. März habe keinen Hinweis auf das Lassa-Virus gezeigt, teilte die Kreisverwaltung weiter mit. Bei einer erneuten Probe sei am Dienstag das Lassa-Virus nachgewiesen worden. Noch am selben Tag wurde der Mann mit einem Spezialfahrzeug nach Frankfurt gebracht. Seine Angehörigen weisen bislang keine Symptome auf, befinden sich aber vorsichtshalber unter ärztlicher Aufsicht. 

Eine Lassa-Infektion beginnt zunächst mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen. Später kommen Durchfall, Erbrechen und Hautblutungen hinzu. Erreger verbreiten sich sowohl über Tröpfchen in der Luft als auch über direkten Kontakt mit Erkrankten. 

Die Frankfurter Ärzte wollen sich morgen auf einer Pressekonferenz näher zum Fall äußern. dpa/skk

Keine Neuigkeiten und Gewinnspiele mehr verpassen? Dann einfach EXTRA TIPP-Fan auf Facebook werden!

Rubriklistenbild: © dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare