Krankenkasse will nicht zahlen

Der passende Rollstuhl fehlt: Armin Ceric kommt an seine Grenzen

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Offenbach - Armin Ceric leidet seit seiner Geburt an einer seltenen Muskelerkrankung. Er ist immer auf Hilfe angewiesen, außer bei seiner Leidenschaft, dem Elektro-Rollstuhl-Hockey. Jetzt braucht er einen neuen Rollstuhl, doch die Krankenkasse zahlt nicht. Von Angelika Pöppel

Armin Ceric spielt für sein Leben gerne Elektro-Rollstuhl-Hockey, doch sein Gefährt ist zu alt.

„Ich lebe für den Sport, er gibt mir ein Gefühl von Freiheit“, sagt Armin Ceric aus Offenbach. Denn der 29-Jährige ist in seinem Alltag sehr eingeschränkt, immer auf die Hilfe anderer angewiesen. Seit seinem vierten Lebensjahr sitzt er im Rollstuhl. Schon kurz nach der Geburt diagnostizierten die Ärzte eine seltene Muskelerkrankung, die Spinale Muskelathropie Typ 2. „Die Nervenzellen sind erkrankt und geben die Impulse nicht an die Muskeln weiter. Der ganze Körper ist betroffen“, erklärt Ceric. Geistig ist er fit, arbeitet beim Offenbacher Entsorgungsservice. Ceric hat nie aufgegeben, meistert sein Leben.

Sein Traum ist die erste Bundesliga

Viel Kraft gibt ihm der Sport: „Elektro-Rollstuhl-Hockey ist für mich die einzige Möglichkeit, meine Behinderung einen Moment lang zu vergessen, und einen Mannschaftssport mit Spaß und Elan zu erleben“, sagt Ceric. Außerdem sei es die einzige Sportart, die er überhaupt ausüben könne, sagt der Kapitän der Black Nights Dreieich. In ganz Hessen ist der gemeinnützige Verein, der einzige der Hockey für Behinderte im Wettkampf vertritt. „Mein großer Wunsch ist es, in der ersten Bundesliga zu spielen“, sagt Ceric. Doch aktuell steht er mit einem alten Elektromodell des Vereins auf dem Platz. „Der Rollstuhl ist einfach nicht schnell und wendig genug, um mich noch zu verbessern.“ Doch die Krankenkasse erkenne den Sport nicht an und finanziert deshalb auch kein neues Gerät. Ein moderner Elektro-Rollstuhl, der es auf Tempo 15 schafft, würde mit allen Umbauten ganze 18.000 Euro kosten – unbezahlbar für den Angestellten.

4000 Euro fehlen noch

Doch Freunde, Bekannte und Arbeitskollegen unterstützen den talentierten Spieler. Mit Hilfe der Crowdfunding-Plattform www.fairplaid.org ist bereits eine stolze Summe von 5765 Euro zusammen gekommen. Nocheinmal 8000 Euro wurden ihm durch Stiftungen zugesagt. „Mir fehlen nur noch 4000 Euro, das hätte ich nie für möglich gehalten“, freut sich der 29-Jährige und hofft weiter auf Spenden. Wer helfen möchte, dann sich per Mail an redaktion@extratipp.com mit dem Betreff „Ceric“ wenden. Ceric: „Als Dankeschön sind alle Spender herzlich zu unserem Spiel am 19. März in Messel eingeladen.“

Rubriklistenbild: © nh

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Angelika Pöppel

Angelika Pöppel

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