Dezibel Eventcrew mischt Dieburg auf – auch in Darmstadt gibt’s Neues

Partyszene im Umbruch: Neues in Dieburg und Darmstadt

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Die Macher des Dezibel Event Areas (von links) Dennis Vogel, Michael Vötsch und Stefan Wilde und das Partyvolk in ihrer Halle.

Dieburg – Die neue Dezibel Eventcrew  macht mächtig Party in Dieburg. Grund: Die Clubszene rund um Dieburg ist tot. Auch das Münsterer Tropical bleibt wohl geschlossen. Von Jens Dörr 

 „Wir legen großen Wert darauf, die Anwohner nicht überzustrapazieren“, sagen die Dieburger Stefan Wilde  (36), Dennis Vogel (33) und Michael Vötsch  (27) und meinen das ernst. Das Trio, unterstützt von einem vierten Mann im Hintergrund, ist Erfinder der Dezibel Eventcrew. In einer gemieteten Halle im Osten ihrer Stadt hat die Crew ihre „Dezibel Event Area“ eingerichtet und damit eine neue Dieburger Party-Location ins Leben gerufen. Zu den ersten drei Feten, zuletzt an Halloween, kamen jeweils 300 Leute.

„Wir waren am Grillen und wollten anschließend lokal feiern, ohne nach Darmstadt oder Frankfurt fahren zu müssen“, erzählen Wilde, Vogel und Vötsch. In Dieburg und den Nachbarorten habe es allerdings kein Angebot gegeben.

Kein Party-Angebot außerhalb Frankfurts

Von der Idee bis zur Umsetzung sei es relativ schnell gegangen, zudem waren dank Vogel erste Erfahrungen im Eventbereich und eine entsprechende Grundausstattung vorhanden. Nach der Anmietung der zuletzt ungenutzten Halle und deren eigenhändiger Renovierung fanden die Dieburger eine Brauerei als Hauptsponsor und legten Anfang August mit der ersten Party unter dem Titel „Electrical Border“ los. Im September standen Dance-Klassiker auf dem Programm. „Die 300 Leute haben die Location jeweils gut ausgefüllt“, freut sich das Trio über die bisherige Resonanz. Die gewiss auch mit der Qualität des Gebotenen zusammenhing: Bereits zum Auftakt verpflichtete die Dezibel Eventcrew in Tom Wax einen in der Region bekannten DJ. Bei der zweiten Party holte man auch die Fachschaften der Hochschule Darmstadt ins Boot. Vötsch studiert am benachbarten Campus Dieburg der HDA.

Club Biergarten letzter "richtiger" Club

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Dort, nahe Mensa und Vorlesungssälen, befindet sich im „Club Biergarten“ noch eine der letzten „richtigen“ Diskotheken im Ostkreis Darmstadt-Dieburg, die den schwierigen Rahmenbedingungen der Branche trotzt. Abgesehen von kleineren Locations, die mehr und mehr auf Konzerte statt auf DJ und Tanzfläche setzen, ist nicht mehr allzu viel los. Das „Tropical“ in Münster war bis vor nicht allzu langer Zeit ein Überbleibsel aus früheren, einfacheren Zeiten. Anfang 2012 machte ein Trio dort Hoffnung auf Wiedereröffnung. Das zerschlug sich. Bis heute steht das Gebäude zum Verkauf. Laut Eigentümer gibt es derzeit noch keinen Käufer. Wer die Immobilie erwirbt, könne auch eine Werkstatt daraus machen, dämpft er Erwartungen. Groß-Zimmern, Eppertshausen und Babenhausen sind ebenfalls weiße Flecken auf der Clublandkarte. Auch in Groß-Umstadt, das generell durch eine vielfältige kulturelle Szene besticht, existiert keine größere Diskothek. Meist bleibt also tatsächlich nur die Fahrt nach Aschaffenburg, Frankfurt oder Darmstadt. Darmstadt ist auch wegen der Busverbindungen und Nähe zum Dieburger Land oft erste Wahl. Auch dort ist aktuell ein Umbruch zu beobachten. In jüngerer Vergangenheit erwischte es etwa das „Waben“, das „Plan B“ und das „Magenta“. Rätselraten gibt es derzeit rund ums „Nachtcafé“, einem der angesagtesten Darmstädter Clubs, der vorübergehend geschlossen ist und dessen Betreiber sich zur Zukunft derzeit bedeckt hält.

Auch neue Clubs eröffnen

Immerhin: Mit dem „Extasis“ und dem „Nova“ eröffneten in Darmstadt jetzt auch neue Clubs. In Dieburg ist die Dezibel Eventcrew schon einen Schritt weiter. Ihre nächste Sause steigt am 7. Dezember ab 21 Uhr (90er-Party, Eintritt acht Euro). In der Altheimer Straße 46-50 wird zudem an Silvester gefeiert – Eintritt zehn Euro, im Vorverkauf sieben Euro.

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