Kommentar

Panama Papers: Nur für Arme gelten Regeln

Mit dem Öffentlichwerden der „Panama-Papers“ ist gewiss, was jeder ahnte: Deutsche Banken operieren weiter in der Grauzone. Bereits 2007 haben sie die Finanz-Welt in eine tiefe Krise gestürzt. Viele Unternehmen leiden noch heute darunter. Ein Kommentar von Axel Grysczyk

Danach gab es öffentlichkeitswirksame Schwüre, dass alles besser werde. Doch nichts ist passiert. Investment-Banker stürzen Institute an den Abgrund und kassieren dafür noch fette Bonuszahlungen. Und jetzt das. Banken beraten Kunden, wie man am besten Geld im Ausland versteckt.

Es geht gar nicht darum, ob Banken sich noch im Rahmen der Legalität bewegt haben. Der Verlust an Vertrauen ist – mal wieder – immens. Banken waren Ideengeber für moralisch verwerfliche Geschäfte. Das ist in der Vertrauens-Liga gleichzusetzen mit einem direkten Abstieg, als Tabellenletzter, ohne Punkt. Und diesmal wird es Jahre dauern, bis der Aufstieg wieder klappt.

Wer Geld hat, für den gelten keine Regeln

Der Schaden ist gewaltig. Es geht nicht um möglicherweise Millionen von Euro, die am Fiskus vorbeigeschleust wurden. Es geht um den Eindruck, dass man nur Geld besitzen muss, und schon spielen Regeln, Anstand und Verantwortung keine Rolle mehr. Nur wer nicht reich ist, muss sich an die Regeln halten und so etwas altmodisches wie Steuern zahlen. Mit ein bisschen Betrug und einem Schuss Korruption ist man in der modernen, grenzenlosen Welt des Kapitals angekommen. Wer dahin will, muss sich nur von seiner Bank beraten lassen.

Migranten sollen sich zu unseren Werten bekennen, ansonsten droht ihnen die Abschiebung. Ein gleiches Bekenntnis sollten die Geldverstecker in Panama leisten – ansonsten haben sie in unserem Land auch nichts zu suchen.

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