Für ein paar Tage in der Heimat: Dieburger leitet auf Sansibar ein Hotel

Offenbach-Post

Rhein-Main - Dieburg/Sansibar – Im Mai hatte der EXTRA TIPP über den Dieburger Thomas Gelfort berichtet, der das Fotografen-Dasein in Deutschland gegen ein Leben als Hotelmanager auf der zu Tansania gehörenden Insel Sansibar eingetauscht hat. Jetzt war er für ein paar Tage zurück in seiner Heimatstadt. Von Jens Dörr

„Es gab einen Trauerfall, da wollte ich zur Beerdigung kommen“, sagt Gelfort. Die Zeit habe er auch genutzt, um „den Garten fertig für den Herbst zu machen“ und natürlich Frau, Kinder, Hund und Freunde wieder zu sehen. „Und einen guten Kochkäs' mit ordentlichem Sauerteigbrot musste ich unbedingt mal wieder essen“, so Gelfort.

Vier Monate ist Gelfort nun schon in der Lodge auf Sansibar das Mädchen für alles, wird von den Einheimischen als „Fundi Kila Kitu“ bezeichnet – als „der Mann, der alles kann“. „Denen ist unbegreiflich, wieso wir Deutschen so viel Verschiedenes beherrschen“, schmunzelt Gelfort, dessen Aufgaben vom Betreuen der Gäste über Reparaturen bis in zur Eventplanung und Bestückung der Bar reichen. Zudem spricht er mit den Touristen Englisch, Französisch und Italienisch – und kann auch seine Leidenschaft einbringen: Gelfort hält unvergessliche Eindrücke, von denen es auf Sansibar zahllose gibt, mit der Kamera fest.

Gelfort ist mit den Leuten schnell auf Du und Du und alles andere als kontaktscheu. Schon jetzt hat er auf der Insel wieder ein „interessantes Netzwerk“ aufgebaut, wie der Dieburger es bezeichnet. Wichtigste Person darin: Der deutsche Honorarkonsul auf Sansibar, die 65-jährige Angelika Sepetu. „Eine echte Berliner Schnauze, die einst den tansanischen Botschafter in Berlin heiratete und so nach Sansibar kam“, erklärt Gelfort, den inzwischen eine enge Freundschaft zu Sepetu verbindet. Als Konsul verschaffte Sepetu dem Dieburger „Einblicke von Sansibar, die der normale Tourist nicht bekommt“, formuliert Gelfort. So besuchte er eine Naturschutzinsel, durfte auch in der Internationalen Schule der Insel fotografieren. Normal sähe man nur die „Schulen, wo 150 Kinder auf dem Lehmboden vor einer Lehrerin mit Rohrstock sitzen und kaum zuhören“, sagt Gelfort.

Einen wichtigen Gefallen hat Gelfort für Angelika Sepetu aber auch schon getan: Er fotografierte einen historischen, von Deutschen erbauten Brunnen und dokumentierte dessen Verfall. Die Fotos spielte Sepetu dem deutschen Botschafter in Tansania zu, der beim Auswärtigen Amt Gelder aus Deutschland für die Sanierung erwirken will. „So ist ein Stück deutscher Geschichte nicht weiter dem Verfall preisgegeben“, freut sich Thomas Gelfort.

Das nächste Mal kommt Gelfort Ende Januar 2010 in seine alte Heimat – pünktlich zur Dieburger Fastnacht.

Gelfort ist der Mann, der alles kann

Thomas Gelfort hält auf Sanisbar viele Eindrücke mit der Kamera fest. Das kleine Foto zeigt ihn zusammen mit Honorarkonsul Angelika Sepetu. Fotos: nh

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