Osterfeuer, Osterklamm, Hasen & Co

Osterbräuche: Wo sie herkommen, was sie bedeuten

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Hase und Ei – das sind die beiden Symbole, mit denen die meisten Menschen das Osterfest in Verbindung bringen.

Region Rhein-Main - Hasen, Eier, Lämmchen: Seit Wochen kommt man in den Geschäften nicht um sie herum. Sie signalisieren: Jetzt ist Osterzeit. Das größte Fest der Christen. Doch was bedeuten die vielen Symbole und Bräuche überhaupt? Von Christina Langenbahn

Christen gedenken Karfreitag an Jesu Tod am Kreuz und am Ostersonntag an seine Auferstehung. Diese beiden Ereignisse sind das Zentrum der Feiertage. „Häschen und Küken haben mit der Osterbotschaft nichts zu tun“, sagt der Frankfurter Kapuzinermönch Bruder Paulus Terwitte. Das zentralste österliche Symbol sei für ihn ganz persönlich das Osterwasser. Dieses wird in der Osternacht geweiht und erinnere die Christen an die eigene Taufe. „Es ist das Symbol dafür, dass Gott das Leben will“, sagt Bruder Paulus. Taufe wurde ursprünglich auch in der Osternacht gefeiert. Auch die Osterkerze stünde in diesem Zusammenhang. „Mit diesem Symbol will Gott uns sagen, dass er uns den Funken des ewigen Lebens schenkt.“ In der Kerze vereinigt sich außerdem das christliche, jüdische, römische und griechische Lichterbrauchtum.

Das Osterlamm steht für das Opfer Christi

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Auf manchem Kaffeetisch steht es am Ostersonntag, das Osterlamm, gebacken aus Rührteig. Es ist das eigentlich christliche Ostersymbol, abgeleitet von Christus als Opferlamm, am Kreuz gestorben für die Sünden der Menschen. Obwohl Bruder Paulus unmissverständlich klar macht, dass der Osterhase aus christlicher Sicht nichts mit Ostern zu tun hat, sehen viele gerade ihn als das tragende Symbol dieses Festes. Kindern wird beigebracht, dass der Osterhase am Ostersonntag die Eier in Garten und Wohnung versteckt. Verschiedene Erklärungsansätze erklären den Hasen als Überbringer der süßen Köstlichkeiten: In der byzantinischen Tiersymbolik soll der Hase ein Symbol für Christus gewesen sein. Wegen seiner starken Vermehrung gilt der Mümmelmann außerdem als Symbol von Fruchtbarkeit, was im weitesten Sinne zum Fest der Auferstehung und des Lebens passt. Einige frühe bemalte Ostereier zeigen das Dreihasenbild – ein Darstellung von drei aneinanderhängenden Hasen, das als ein bekanntes Symbol für die Dreieinigkeit (Vater, Sohn, Heiliger Geist) gilt. In Zürich gilt der Hase schon lang als der, der die Eier bringt: Nach altem Brauch wurden Kinder auf die Wiese zum Ostereier-Suchen geschickt. Da sie im Freien eher Hasen als Hennen aufscheuchten, galten die Langohren als die Tiere, denen der Eiersegen zu verdanken war. Das Osterei ist wie der Hase ein Symbol des Lebens und passt deshalb gut zum Fest der Auferstehung.

Osterfeuer ist ein heidnischer Brauch

In vielen christlichen Gemeinden wird es in der Osternacht entzündet, in einigen ländlichen Gegenden Deutschlands entfacht man es auch privat: Das Osterfeuer. „Das war ursprünglich ein heidnischer Brauch, der zur Vertreibung der Wintergeister gedacht war, die das Leben kalt und dunkel machten“, erklärt Bruder Paulus Terwitte. Die Christen haben sich dieser Tradition angeschlossen. „Wir sehen darin, wie der Funke der Auferstehung die Welt in einen Liebesbrand verwandeln kann“, sagt Bruder Paulus. Ihm ist wichtig zu sagen, dass zum Osterfest nicht nur der fröhliche Ostersonntag gehört, sondern auch die Voraussetzung dafür – Karfreitag. „An diesem Tag stirbt Gott. Gott selber ist tot! Das ist der große Aufschrei der Gläubigen“, sagt der Kapuzinermönch. Die Herausforderung sei die Erneuerung im Tod. Man könne das auch so übersetzen: „Auch, wenn wir dem anderen manchmal das Schlimmste wünschen – ich muss nicht ewig böse sein. Es geht auch anders. Das ist die Botschaft Osterns.“

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