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Gutleutviertel: Osama Qaterjy erobert mit syrischen Süßigkeiten Frankfurt

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Osama Qaterjy präsentiert eine Auswahl seiner süßen syrischen Spezialitäten, die er mittlerweile auch im schmucken grünen Geschenkkarton anbietet.

Frankfurt – Süßes aus dem Gutleutviertel – dafür stehen Osama Qaterjy und seine Söhne. In den Räumen am Schönplatz produzieren sie syrisches Feingebäck und erobern damit nach und nach die Liehaber von Süßem in ganz Frankfurt. Von Norman Körtge

Osama Qaterjy ist kein Mann der vorschnellen Entscheidung. Wenn der 55-Jährige etwas macht, dann will er es richtig machen. Er selbst muss davon hundertprozentig überzeugt sein. Qaterjy ist ein Perfektionist. Das war er viele Jahre in der Textilbranche und das ist er jetzt, wenn es um Süßigkeiten geht.

Der in Syrien geborene und seit 26 Jahren in Frankfurt lebende Qaterjy hat den Branchenwechsel generalstabsmäßig vorbereitet. Sein Sohn Abbas, der eigentlich von kleinauf Bäcker werden wollte, aber nach dem Fach-Abi im kaufmännischen Bereich arbeitete, ging noch einmal in die Lehre. Nicht in Deutschland, sondern in Syrien, um dort das feine Handwerk mit Pistazien, Blätter- und Fadenteig zu lernen. 

"Vielen ist syrisches Gebäck zu süß"

Aber einfach nachmachen kam für Osama Qaterjy nicht in Frage. „Vielen ist das traditionelle syrische Gebäck zu süß“, weiß er. Deshalb ließ er wochenlang Mabroumeh, Balloria, Baklava und mehr als ein Dutzend anderer Plätzchen und Törtchen backen – und testen. Zu süß, weniger Fett, mehr Pistazien, lauteten die Verbesserungsvorschläge von Freunden und Passanten. Erst nach diesen diversen Testläufen öffnete Qaterjy vor gut einem Jahr die Pforten der „Patisserie de l‘Arabie“ an der Ecke Schönplatz/Hardenbergstraße. Seither werden jeden Tag im Herzen des Gutleutviertels süße syrische Leckereien in Handarbeit hergestellt. Dank Mund-zu-Mund-Propaganda spricht sich die süße Versuchung herum und ist mittlerweile nicht nur bei Kaffee und Tee eine gern gereichte Spezialität, sondern dank eines schmucken Kartons auch als exotisches Geschenk – hergestellt in Frankfurt.

Rezepte verrät der Vater von vier Söhnen und zwei Töchtern natürlich nicht. Das ist sein Betriebs- und zugleich Erfolgsgeheimnis. Aber er schwört auf feine Zutaten und vor allem reines Butterfett. Das sei das A und O, meint der 55-Jährige.

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