Offenbacher Putzfrau erobert mit kuriosen Erlebnissen die Bücherwelt

Ordentlich Staub aufgewirbelt

+
Justyna Polanska putzt unter deutschen Betten und hat darüber einen erfolgreiches Buch geschrieben.

Offenbach – Eigentlich wollte sie sich nur ihre unglaublichen Erlebnisse von der Seele schreiben. Doch mit ihrem Buch hat Justyna Polanska auf Anhieb riesigen Erfolg. Von Andreas Einbock

Klein und zierlich wirkt die 32-Jährige, die eher als Modell denn als Putzfrau arbeiten könnte. „Ich habe zwar Abitur und könnte studieren, aber mir macht putzen Spaß. Es hat mich stärker gemacht“, sagt die gebürtige Polin, die nun schon seit elf Jahren in Offenbach lebt.

Aus der Nähe von Pozen kam sie, um als Kinderbetreuerin zu arbeiten. Doch statt bei einer Familie landete sich bei einem getrennt lebenden Ehemann, der sie nach erst vier Tagen in Deutschland mit seinem Kind und in einer Villa zurückließ. Sie quält sich zehn Monate bei schlechter Bezahlung, arbeitet in einem Café und einer Parfümerie. Dann kommt sie auf die Idee des Putzens. Was sie dabei alles erlebt, ist so verrückt, dass sie dafür sogar Beschimpfungen im Internet erntet. „Aber ich kann doch nichts für die kranken Fantasien einiger deutscher Männer“, sagt Polanska, die ihre Identität mit einem Pseudonym und einer Perücke schützt.

Plötzlich stand ein Mann mit offener Hose vor ihr

Auf ihre Zeitungsanzeigen sei sie von fremden Männern angerufen und nach ihrer Unterwäsche und Busengröße gefragt worden. „Mitten beim Putzen standen Männer mit offener Hose vor mir. Ich sage zwar immer, dass ich verheiratet bin. Aber das interessiert die nicht“, sagt die Putzfrau, die vor zwei Jahren einen Italiener geheiratet hat. Am meisten hat sie das Scheinbild vieler Kunden verwundert. „Das sind Richter, Anwälte oder Ärzte. Und dann findet man bei denen benutzte Kondome oder Tampons auf dem Boden rumliegen“, schildert Polanska.

Besonders für die polnischen Medien sei ihr Werk ein gefundenes Fressen. Die polnische Perle vor den deutschen Säuen erheitert und erhitzt die Gemüter. „Es gibt Nazi-Vergleiche und üble Beschimpfungen. Da schäme ich mich schon für meine Landsleute.“ Vielleicht nicht mehr lange, denn derzeit übe sie für den Sprachtest für die deutsche Staatsbürgerschaft.

Taschenbuch bei Leser und im Fernsehen beliebt

Über 80.000 Mal hat sich ihr amüsanter Blick hinter die saubere Fassade der Deutschen bereits verkauft. Am Montag, 13. März, tritt sie beim MDR bei „Hier ab Vier“ auf und am Dienstag, 14. März, ist sie bei der Gesprächsrunde „Menschen bei Maischberger“ im Ersten zu sehen.

Kommentare