Trotz elektronischer Fußfessel

Offenbacher Salafist schließt sich IS-Terrorgruppe an

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Offenbach - Ein radikaler Islamist aus Offenbach ist nach Recherchen von „Report Mainz“ trotz einer elektronischen Fußfessel nach Syrien ausgereist, um sich dort einer Terrorgruppe anzuschließen. Die Ausreise hat Hessens Landesregierung bestätigt.

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Über seinen derzeitigen Verbleib sei aber nichts bekannt, sagte Innenminister Peter Beuth (CDU) am Dienstag in Wiesbaden. Es habe im Fall des 24-jährigen Hassan M. weder bei Sicherheitsbehörden noch bei der Justiz Versäumnisse gegeben.
Nach Recherchen des ARD-Magazins "Report Mainz" reiste der Salafist aus Offenbach im Mai dieses Jahres nach Syrien aus. Er habe sich dort möglicherweise mit einem Begleiter der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) angeschlossen.

Der 24-Jährige war den Behörden nach Regierungsangaben seit längerem von Aktionen zur Koranverteilung  bekannt. Er habe jedoch die kleine Fußfessel nach einem Einbruchdiebstahl als Bewährungsauflage vom Gericht erhalten, sagte Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU). Als am 1. Mai das Signal der Fußfessel ausblieb, sei einen Tag später der Haftbefehl wieder in Kraft gesetzt worden. Eine Ausreise von gewaltbereiten Islamisten könne nach der geltenden Rechtslage derzeit nicht generell verhindert werden, meinte die CDU-Politikerin. dpa

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