Mehr als ein Dutzend Verdächtige

Offenbacher Polizei gelingt Schlag gegen Kinderpornos

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In einer groß angelegten Durchsuchung sind am Donnerstag Staatsanwaltschaft und Kripo Offenbach gegen die organisierte Kinderpornografie vorgegangen.

Offenbach - In einer groß angelegten Durchsuchung sind am Donnerstag Staatsanwaltschaft und Kripo Offenbach gegen die organisierte Kinderpornografie vorgegangen.

Bei über einem Dutzend Verdächtiger aus dem Raum Offenbach stellten die Ermittler unter anderem 34 PC´s und Laptops, 36 Festplatten, etwa 50 Speicherkarten sowie annähernd 1.000 selbstgebrannte CD´s sicher. Hauptkommissar Sven Sulzmann vom Fachkommissariat 12 in der Geleitsstraße spricht daher auch von einem herausragenden Erfolg des gesamten Teams. "So viele Beweismittel haben wir selten bei unseren Ermittlungen" so der Beamte. Die Staatsanwaltschaft in Offenbach hatte zuvor entsprechende Durchsuchungsbeschlüsse beantragt.

Auswertung dauert Monate

Die jetzt bevorstehende Auswertung der Beweismittel wird allerdings noch Monate dauern. Nach Angaben der Ermittler fielen eine Reihe der Betroffenen aus allen Wolken, als die Ordnungshüter plötzlich an der Haustür klingelten. Oftmals wähnen sich die Betroffenen in der vermeintlichen Anonymität des Internets sehr sicher. Doch die technischen Möglichkeiten der Ermittler sind mittlerweile so groß, dass man den Tätern trotz Verschleierungsversuchen dennoch oft auf die Spur kommt. Dabei ist alleine das bloße Betrachten der Kinderpornografie bereits unter Strafe gestellt, was oftmals gar nicht bekannt ist. Die Täter, die in diesem Deliktsfeld nahezu ausschließlich aus dem europäischen Raum stammen, müssen auch mit deutlichen Strafen rechnen. Das kann ein Strafbefehl sein; es wurden aber auch schon Freiheitsstrafen ausgesprochen. Helga Dietz-Gleich, die Chefin des Offenbacher Kommissariats für den Bereich Sexualdelikte, macht deutlich, dass hinter jedem Bild im weltweiten Netz der tatsächliche Missbrauch eines Kindes steht. Sie geht davon aus, dass der Datenbestand im Internet täglich anwächst.

Spur führte über einen Server in Luxemburg

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Im vorliegenden Fall erhielten die Ermittler den Hinweis auf einen Server in Luxemburg. Dieser war von einem Verdächtigen aus dem Raum Osnabrück angemietet worden. Die Ermittlungen führten unter anderem auf die Spur der jetzt beschuldigten Männer. Wie in anderen vergleichbaren Fällen, lassen sich auch solche Pornobilder oder -filme gegen entsprechende Geldsummen aus dem Internet beziehen. Doch anders als noch vor ein paar Jahren, liegen die Fotos heute nicht mehr in gedruckter Form, sondern ausschließlich als Dateien vor. Das Alter der Beschuldigten im vorliegenden Verfahren reicht von 20 bis 61 Jahren. Die Täter finden sich generell in allen gesellschaftlichen Bereichen und allen Altersgruppen wieder. Es gab schon Fälle, wo die Ermittlungen zu erheblichen Spannungen im familiären Umfeld der Beschuldigten geführt haben, wenn dort nichts davon bekannt war. Das Alter der gezeigten Kinder reicht vom Säugling bis hin zu Jugendlichen. Das unsägliche Leid, das den abgebildeten Kindern während der Aufnahmen widerfahren ist, drücken diese jedoch nur selten aus. Die Staatsanwaltschaft Offenbach plant derzeit die Einrichtung weiterer Sonderdezernate zur Bekämpfung der Kinderpornografie.

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