Die Atair hat keinen Sponsor

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Der Offenbacher Klaus Kolb baut sich gerade ein neues Schiff. 

Heusenstamm/Offenbach – Zweimal ist Klaus Kolb bereits Vize-Weltmeister mit seinem Schiff Atair geworden. Auch für die Weltmeisterschaften 2013 bei Moskau hat sich der Vorsitzende des Modellsportclub Heusenstamm (MSC) qualifiziert. Von Norman Körtge

Wer Klaus Kolb als Perfektionisten bezeichnet, der untertreibt. Vor allem, wenn es um den Schiffsmodellbau geht. Denn wer seinen mehr als einen Meter langen und 23 Kilo schweren Nachbau des deutschen Forschungsschiffs Atair betrachtet, der wird förmlich von den vielen Details erschlagen. Die Reling, Kabelstränge, die Deckbeleuchtung, Hydraulikleitungen an den Kränen und alle anderen Deckaufbauten stimmen so exakt mit dem Original überein, dass selbst die Atair-Besatzung keine Abweichung feststellen konnte, wie Kolb stolz berichtet. Für mehrere Tage war der Offenbacher zu Gast auf dem Schiff gewesen und sein Modell im Maßstab 1:40 hatte er dabei gehabt.

Der maßstabsgetreue Nachbau der Atair von Klaus Kolb

Ein Modellschiff für die Vitrine ist Kolbs Atair allerdings nicht. Es ist sein Wettkampfschiff, mit dem er auf dem Heusenstammer Schlossweiher trainiert und an Meisterschaften teilnimmt. „Das Kopftor ist mein Angsttor“, erzählt der MSC-Vorsitzende. Denn zu dem immer in einem Dreieck angelegten und durch kleine Bojen markierten Kurs gehört es, in etwa 40 Meter Entfernung vom Ufer eine nur einen Meter breite Durchfahrt zu meistern. „Das sieht einfacher aus als es ist“, sagt er. Das er dieses Manöver aber beherrscht, zeigte er zuletzt bei den Deutschen Meisterschaften in Blankenheim in der Eifel, wo er die Goldmedaille in seiner Klasse holte.

Das Forschungsschiff Atair im Original.

Damit qualifizierte sich Kolb wieder für die Weltmeisterschaft, die 2013 in der Nähe von Moskau stattfinden. Doch daran teilnehmen wird er wahrscheinlich nicht. Zum einen sind es die Kosten. „Das ist mein Privatvergnügen. Ich muss alles selber zahlen. Sponsoren für den Modellschiffbau gibt es nicht“, berichtet Kolb. Da seien beispielsweise die Modell-Hubschrauberpiloten besser dran. „Die machen viel Lärm und sind deshalb einfach publikumswirksamer“, meint er.

Selbst wenn der Offenbacher das Geld aus eigener Tasche aufbringt, bleibt die Frage der Anreise. Denn der deutsche Verband organisiert aus versicherungstechnischen Gründen keine Busreise. Und einen Bus zu mieten, um mit ihm nach Russland zu fahren, scheitert an den Autoverleihern. Bleibt das Flugzeug: Doch da sind Klaus Kolb die Erfahrungen von zwei Kollegen in Erinnerung. Die hatten ihre Schiffe ordentlich verpackt, doch wahrscheinlich bei der Ankunft in China müssen die Kisten dann doch so unsanft bewegt worden sein, dass die Schiffe kaputt gingen. Diese Erfahrung möchte Kolb nie machen.

Am heutigen Sonntag, 19. August, lädt der MSC Heusenstamm ab zehn Uhr zur Regatta auf dem Heusenstammer Schlossweiher. Außerdem stellt sich die Sektion Truckmodellbau vor.

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