Erste Hilfe

Offenbacher rettet Jungen in Taunus-Therme

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Ahmet Gezer in seiner Reinigung in der Offenbacher Hermann-Steinhäuser-Straße.

Bad Homburg/ Offenbach – Der Offenbacher Ahmet Gezer hat in der Taunus-Therme einem Jungen in höchster Not geholfen. Der 58-Jährige ist fest davon überzeugt, dass er nicht zufällig vor Ort war. Von Norman Körtge

Die für Ahmet Gezer dramatischen Minuten am vergangenen Sonntagabend enden mit dem lauten Schreien des Jungen als ihm Rettungssanitäter eine Sauerstoffmaske auf den Mund setzen wollen. „Da habe ich gewusst, dass es dem Kleinen wieder gut geht. Ansonsten hätte er nicht so schreien können“, erzählt der Offenbacher.

Wenige Minuten zuvor hatte der Junge noch im Außenbecken der Taunus-Therme in Bad Homburg bewegungslos im Wasser gelegen. „Ich habe mich erst gefragt, warum ein am Beckenrand stehendes Pärchen so ins Wasser starrt. Dann habe ich den Körper gesehen und bin sofort hingeschwommen“, berichtet er. Ein anderer Schwimmer sei schneller dort gewesen und habe den Jungen aus dem Wasser gehievt. Am Beckenrand konnte ihm aber zunächst niemand richtig helfen. „Einer hat ihm über den Bauch gestreichelt. Dabei war der Junge ganz blau, hat sich nicht bewegt. Ich bin dann hin und habe ihn beatmet“, erzählt der Offenbacher weiter. Nach zwei Atemstößen sei der Junge wieder bei Bewusstsein gewesen.

Hat seine Pflicht getan

Als Held fühlt sich Gezer nicht. Er habe seine Pflicht getan, meint er. Vielmehr beschäftigt ihn, dass der Inhaber einer Textilreinigung in Offenbacher überhaupt vor Ort war. Zur richtigen Zeit.

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Immer und immer wieder hat Ahmet Gezer den vergangenen Sonntag vor seinem geistigen Auge Revue passieren lassen. Alles läuft für den 58-Jährigen darauf hinaus, dass er am Abend die Taunus-Therme in Bad Homburg besuchen sollte. „Ich bin morgens schon aufgewacht und hatte Lust schwimmen zu gehen“, erinnert sich Gezer. Aber dann schwang sich der sportliche 58-Jährige aufs Rad und fuhr am Main entlang erst einmal nach Frankfurt und traf Freunde. Auch ihnen erzählte er von seiner Lust aufs Schwimmen. „Sie meinten, ich solle lieber in die Rhein-Main-Therme nach Hofheim fahren.“ Zurück zu Hause, war er aber müde und schlief auf der Couch ein. „Als ich wach wurde, sagte wieder irgendetwas in mir, dass ich schwimmen gehen soll.“ Also setzte er sich ins Auto und fuhr dann doch nach Bad Homburg. Auf der Fahrt habe er sich dann fast schon wieder überlegt umzukehren, weil es sich doch für eine Stunde gar nicht lohne. Aber er fuhr weiter, ging in die Therme und rettete nur Minuten später einem Jungen womöglich das Leben. „Das war kein Zufall“, ist Gezer fest überzeugt. Aber sein wichtigster Appell: „Leute, lernt Erste Hilfe. Es kann euren Nächsten treffen.“

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