Auch in Frankfurt wird immer mehr gequalmt

Shisha-Mekka Offenbach!

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Wasserpfeifen sind so beliebt, wie nie zuvor. Im Taunus gibt es aber nur wenige Shisha-Bars. Offenbach hat im Rhein-Main-Gebiet das größte Angebot.

Offenbach – Dicke Rauchschwaden stehen über Offenbach. Zumindestens könnte man das annehmen. Denn nirgendwo im Rhein-Main-Gebiet gibt es mehr Shisha-Bars im Verhältnis zur Einwohnerzahl. So harmlos wie der süße Rauch scheint, ist er nicht.  Das Ordnungsamt kontrolliert verstärkt. Von Angelika Pöppel 

 

Es schmeckt nach Pfefferminz oder Pfirsich, das Wasser blubbert, der Rauch der Wasserpfeife riecht süß. Shisha-Bars sind voll im Trend. Besonders in Offenbach. Mit 15 Pfeifen-Treffs ist die Stadt, umgerechnet auf ihre rund 120.000 Einwohner, das offizielle Pfeifen-Mekka. Zum Vergleich: In Bad Homburg ist gerade mal eine Shisha-Bar registriert. In Oberursel sind es zwei. Auch in Gießen – eine vergleichbar große Stadt – können Wasserpfeifen-Liebhaber nur in vier Bars qualmen.

Sogar die Großstadt Frankfurt kann mit Offenbach nicht mithalten. „Aktuell sind es 54 Wasserpfeifen-Tempel in Frankfurt“, sagt Michael Jenisch, Pressesprecher des Frankfurter Ordnungsamts. Innerhalb von zwei Jahren habe sich die Anzahl fast verdoppelt, sagt Jenisch. Doch gerechnet auf die Einwohnerzahl von 700.000 sind die Pfeifen-Anbieter im Vergleich gering.

Stadt will unangemeldete Razzien durchführen

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Und in Offenbach sieht das Ordnungsamt auch noch nicht die Grenze erreicht. „Zur Zeit ist wieder ein Anstieg zu verzeichnen“, heißt es. Und: Das Offenbacher Ordnungsamt wird im nächsten Jahr auch unangemeldete Razzien durchführen. Denn: Die Qualmerei kann auch tödlich enden. Erst im November führten die Beamten eine Kontrolle durch. Auch wenn viele Betreiber die Auflagen erfüllen, sind immer wieder schwarze Schafe dabei.

Wenn das entstandene Kohlenmonoxid nicht entweichen kann, werden Gäste schleichend vergiftet. „Es ist geschmacks- und geruchslos“, erklärt Michael Jenisch. Erst vergangene Woche mussten seine Mitarbeiter sieben Wasserpfeifen-Bars in Frankfurt-Höchst wegen Mängeln schließen. Hauptgrund: Fehlende Kohlenmonoxid-Melder und Abluftanlagen.

Obwohl es ein lukratives Geschäft zu sein scheint, werde zu wenig in die Sicherheit der Shisha-Kneipen investiert, sagt Jenisch. Daher herrscht eine hohe Vergiftungs-Gefahr in einigen Shisha-Bars. Zu erkennen ist die Gefahr für Besucher nur schwer. Wenn die Bar generell einen ungepflegten, stickigen Eindruck macht und keine Melder zu sehen sind, empfiehlt der Experte auf der Stelle umzudrehen.

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