Projektkosten: 65 Millionen Euro

Offenbacher Energieversorger mit Öko-Plan

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Die Vorstandsvorsitzende der EVO Offenbach, Heike Heim, steht für eine nachhaltige Zukungsstrategie beim Energieversorger.

Offenbach – 55 Meter lange Rotorblätter durchschneiden den Wind. Die weißen Propeller in der Nähe von Kirchheimbolanden sorgen zusammen mit neun vergleichbaren Anlagen für 30 Megawatt Strom. Kosten des Projekts: 65 Millionen Euro. Von Axel Grysczyk

Sie gehören zur Zukunftsstrategie des Offenbacher Energieversorgers EVO. Deren Vorstandsvorsitzende Heike Heim berichtete auf der Bilanzpressekonferenz diese Woche, dass ihr Unternehmen bis zum Jahr 2015 insgesamt 200 Millionen Euro in den Ausbau der erneuerbaren Energien investieren werde. 170 Millionen Euro seien bereits in konkrete Projekte verplant. Die aktuelle EVO-Bilanz: 38 Windräder mit 95 Megawatt Leistung, das entspricht dem Jahresbedarf von rund 220. 000 Menschen.

Damit nicht genug. Auch die Fernwärme, die aus dem Müllheizkraftwerk gewonnen wird, ist auf dem Vormarsch. In Heusenstamm liegt derzeit bereits ein Leitungsnetz von sechs Kilometer Länge. 12,6 Millionen Kilowattstunden Fernwärme erreichen somit 500 Haushalte in der Schlossstadt. Der Fernwärme-Vorteil: Im Vergleich zu Erdöl und Gas muss bis zu 60 Prozent weniger Energie Primärenergie für die Heizleistung eingesetzt werden. Resultat: 3600 Tonnen weniger Co2-Ausstoß.

100 Prozent regenerierbare Energie aus der Region

Auch das Offenbacher Pelletwerk der EVO ist ein weiterer Öko-Energie-Baustein. Die Anlage wird ausgebaut. Noch in diesem Monat soll die Produktionsmenge von derzeit 55.000 Tonnen auf 90.000 Tonnen im Jahr gesteigert werden. Mit dem neuen Label „100 Prozent Regional“ garantiert der Versorger seinen Kunden, dass die Rohstoffe wie Sägespäne oder Holzreste aus der Region stammen.

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„Wir wollen den Weg der regenerativen, dezentralen Energieversorgung konsequent weitergehen“, sagt Heim. Dabei habe sie gar nichts gegen die aktuellen Vorhaben von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel einzuwenden. Denn die Kürzung bei den Fördermitteln wird wohl in erster Linie die Offshore-Anlagen betreffen. Da die EVO ihre Windmühlen auf Hügeln bei Kirchheimbolanden oder im Vogelsberg drehen lässt, sieht man den derzeitigen Initiativen gelassen entgegen.

Der Jahresüberschuss im vergangenen Jahr betrug 13,6 Millionen Euro (im Vorjahr 23,2 Millionen Euro). Die EVO hat bei Strom und Gas einen Marktanteil in Stadt und Kreis Offenbach von 80 Prozent. Beliefert werden rund 170.000 Kunden.

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