Frostige Temperaturen

Obdachlose finden in der Offenbacher Gerberstraße Hilfe

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Kein gemütlicher Platz bei Frost.

Offenbach – Der Frost hat die Region seit Tagen fest im Griff. Selbst tagsüber bleibt das Thermometer unter null Grad. Für Obdachlose eine besonders harte Zeit. In Deutschland erfroren in den vergangenen Tagen mindestens neun von ihnen. Von Norman Körtge

Lediglich zum Rauchen geht‘s bei den eisigen Temperaturen vor die Tür in der Gerberstraße 15 in Offenbach. Dort befindet sich die Teestube des Diakonischen Werkes – unter anderem Anlaufstelle für Obdachlose und Durchreisende. Drinnen ist es mollig warm. Es gibt Kaffee, Tee, belegte Brötchen und Vitamin C in Form von Orangen.

Doch trotz der bitteren Kälte ist die Teestube nicht überlaufen. „Bislang hat die Kälte keine großen Auswirkungen“, berichtet Sozialarbeiterin Martina Radtke. Auch musste bislang kein Schlafplatzsuchender weggeschickt, be ziehungsweise zu einer anderen Übernachtungsmöglichkeit vermittelt werden. Die derzeit neun Betten im Obergeschoss waren bislang nicht voll belegt.

Erst seit wenigen Tagen befinden sich dort die frisch renovierten Übernachtungsmöglichkeiten, die zuvor in der Karlstraße waren. Zweimal drei Tage im Monat dürfen Obdachlose in der Gerberstraße übernachten und dort auch die Dusche und die Waschmaschine benutzen. Meist sind es alte Bekannte, die auf ihren festen Routen immer wieder nach Offenbach kommen, sagt Radtke. In der Region müsste kein Obdachloser draußen übernachten, meint die Sozialarbeiterin. Es gebe weitere Möglichkeiten – in Frankfurt und in Hanau.

Es sind aber nicht nur die Teestube und die Schlafplätze, die Bedürftige in die Gerberstraße 15 ziehen. Dort befindet sich auch eine große Kleiderkammer – derzeit besonders gefragt sind dicke Mäntel, Pullover und Mützen.

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