Rund um die Glauburgstraße

Massiver Protest gegen Baumfällung im Nordend

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Grablichter an den Baumstümpfen erinnern noch an die gefällten Bäume.

Frankfurt – Die Bäume sind längst abgeholzt, der Ärger ist noch immer da: Nachdem die Stadt Frankfurt zahlreiche Kastanien und Platanen für den Bau einer Tiefgarage im Nordend fällte, laufen die Anwohner Sturm. Jetzt forden sie neue Bäume und eine Bau-Umplanung. Von Mareike Palmy

Plakate an Bäumen und Toren demonstrieren gegen den Bau der Quartiersgarage.

Unterschriften wurden gesammelt, mit Politikern diskutiert, im Ortsbeirat demonstriert und eine Bürgerinitiative gegründet – doch alles umsonst: Unter dem Schutz der Bereitschaftspolizei wurden vergangene Woche 16 stattliche Bäume in der Lenaustraße und Lortzingstraße im Nordend gefällt. Nur noch Grablichter an den Baum-stümpfen erinnern jetzt an deren Bestehen. 
Der Kahlschlag ist ein Projekt der schwarz-grünen Koalition im Römer und soll dem Bau einer Quartiersgarage unter dem Schulhof der Glauburgschule dienen. Auch eine Kita und eine Turnhalle sollen entstehen. Bei den Anwohnern besteht hierfür jedoch keine Akzeptanz: „Eine Quartiersgarage löst in keiner Weise den Parkdruck in diesem Viertel. Wir wollen, dass der Natur- und Umweltschutz in der Stadt Frankfurt ernst genommen wird und für Parkplätze keine Bäume gefällt werden. Durch den fehlenden alten Baumbestand wird unsere Wohnqualität deutlich gesenkt. Wir fordern, dass da nun ordentlich nachgepflanzt wird, also keine Spargelbäumchen sondern richtige Bäume“, sagt Rita Bebenroth, Mitbegründerin der „Bürgerinitiative contra Quartiersgarage Glauburgschule“.

Kein Aufgeben bei den Baumschützern

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Während bei den Baumschützern das Entsetzen groß ist, sucht das Umweltamt nach einem Erklärungsversuch: „Uns waren da die Hände gebunden. Das war eine planungsrechtliche Geschichte, denn die Baugenehmigung für die Quartiersgarage liegt vor, also mussten wir dem Antrag der Baumfällung statt geben“, sagt Janina Steinkrüger vom Frankfurter Umweltdezernat, das die Kahlschlag-Genehmigung erteilt hatte. Auch die Grünen im Ortsbeirat 3 hatten nach langen Diskussionen mit einer Mehrheit für die Baumfällungen gestimmt. „Wir haben dafür gestimmt, weil wir den Parkdruck im Viertel sehen, doch es sieht fürchterlich aus. Ich kann die Wut der Bürgerinitiative verstehen. Der Platz soll auch nicht zerstört werden, ohne das etwas neues entsteht“, sagt Karin Guder, Ortsvorsteherin der Grünen im Nordend. Die CDU-Fraktion aber steht zu dem beschlossenen Bauprojekt: „Wir sind überzeugt, dass nach Fertigstellung des Projekts die Richtigkeit dieser Entscheidung für die Quartiersgarage deutlich werden wird“, sagt Helmut Heuser, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Römer.Doch aufgeben, will die Bürgerinitiative nicht: „Es geht weiter. Wir mussten zwar die Baumfällung in Kauf nehmen, aber für unsere Ziele werden wir weiter kämpfen“, so Rita Bebenroth.

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