Ehrenamtliches Sorgentelefon Nightline

Offene Ohren für Studenten-Kummer

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Eine junge Studenten unter Druck. Bei der Nightline kann sie über ihre Sorgen sprechen.
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Region Rhein-Main – Schicksalsschläge, Existenzangst, Liebeskummer, Schreibblockade: Die Nightline ist das Sorgentelefon von Frankfurter Studenten für Studenten. Von Dirk Beutel

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Ohne Anonymität geht nichts. Das ist die Basis auf der die Nightline, das Sorgentelefon für Frankfurter Studenten funktioniert. „Es muss nichts genannt werden.
Weder Name, noch Studiengang, Alter oder sonstiges“, sagt Anna. Mehr als ihren Vornamen möchte sie auch in der Zeitung nicht lesen. Zu wichtig ist es den etwa 30 ehrenamtlichen Studenten-Seelsorgern, nicht erkannt zu werden. Seit 2013 gibt es die Nightline. Gegründet von Studenten für Studenten. Dreimal die Woche steht der heiße Draht für deren Sorgen und Probleme offen. Telefoniert wird immer im Team: „Das Beratungsangebot für Studenten an der Universität schrumpft, dem wollen wir entgegenwirken und abends eine Anlaufstelle bieten, wenn alle anderen Beratungsangebote nicht zu erreichen sind “, sagt Anna.

Liebeskummer ist ein Dauerbrenner

Zum Semesterstart sind es vor allem organisatorische Fragen rund ums Studium, die die Anrufer beschäftigen. Wie finde ich eine bezahlbare Wohnung? Wie gehe ich mit Prüfungsstress um? Dauerbrenner sind Liebeskummer und Beziehungsprobleme, aber auch Schicksalsschläge lassen das Telefon der Nightline klingeln. „Es kommt auch vor, dass sich Studenten melden, um einfach nicht alleine zu sein“, sagt Anna. Es muss nicht immer um Probleme gehen. „Wenn doch, halten wir uns zurück. Wir können keine professionelle Beratung oder ein Therapieangebot leisten, dafür sind wir nicht qualifiziert“, sagt sie.

Es kann auch mal kompliziert werden

Im Ernstfall werden die Anrufer weiter vermittelt. An eine professionelle Beratung. Mit anderen Worten: Die Nightliner hören einfach zu. Das schließt schwierige Situationen an der Strippe nicht aus: „Es kann vorkommen, dass jemand etwas Gesagtes in den falschen Hals bekommt. Oder etwas unpassend war. Man kennt den anderen und seine Situation ja nicht“, sagt Anna: „Aber mit der Zeit lernt man, damit umzugehen.“

Dirk Beutel

Dirk Beutel

E-Mail:dirk.beutel@extratipp.com

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